Analphabetisches Senioren-Ehepaar um Haus betrogen


Die Geschädigten schenkten einer Betrügerin ihr Vertrauen und unterschrieben eine notarielle Vollmacht für das Haus

Teneriffa – Ein Senioren-Ehepaar aus Tacoronte ist per Zwangsräumung aus dem Haus geworfen worden, in dem die Eheleute ihr ganzes bisheriges Leben verbracht haben. Das Haus gehörte der Frau, die es von ihrer Familie geerbt hatte. Beide sind Analphabeten, die immer in der Landwirtschaft gearbeitet haben.

Wie die Anwältin der gemeinnützigen Organisation Cáritas Diocesana, Esther Cataldo, erklärte, kam es für die Betroffenen durch Betrug zum Verlust ihres Heims. Die mutmaßliche Betrügerin habe die Tatsache, dass die Geschädigten beide nicht lesen und schreiben können, ausgenutzt. Sie habe zunächst das Vertrauen der beiden gewonnen und sich dann angeboten, die Formalitäten für ein Darlehen zu erledigen. Dafür mussten sie beim Notar eine Vollmacht unterschreiben, die, wie sich am Ende herausstellte, die Betrügerin dazu befähigte, jegliche Art von Rechtsgeschäften bezüglich der Immobilie zu tätigen. Statt für die Beantragung eines Kredits nutzte die Frau die Vollmacht, um das Haus zu verkaufen. Sie machte die bisherigen Eigentümer zu Mietern im eigenen Haus, um das Geschehene zu verschleiern. Einige Monate später wurde das Ehepaar „wegen Nichtzahlung der Miete“ zwangs- geräumt.

Nachdem die Räumung bereits erfolgt ist, so fürchtet die Anwältin der Caritas, wird es schwer, das Haus zurückzubekommen. Ein Strafverfahren gegen die Betrügerin läuft bereits.




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