Al Gore wird Klimaschutzgipfel auf Fuerteventura leiten


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Die internationale Tagung soll im September auf Fuerteventura stattfinden

Der Klimaschützer und Ex-Vizepräsident der Vereinigten Staaten, Al Gore, wird im September auf Fuerteventura einen internationalen Kongress zum Thema Klimasschutz leiten. Dies teilte die Nachrichtenagentur Ideapress mit. Gore soll die Einladung des kanarischen Ministers für Umwelt und Raumplanung, Domingo Berriel, angenommen und zugesagt haben, diesen Klimaschutzgipfel auf der Kanareninsel zu leiten.

Während des dreitägigen Treffens wird Gore einen Intensivkurs für etwa 200 Teilnehmer anbieten, in dem er Kenntnisse über den Klimawandel, Gefahren, Auswirkungen, die Klimaschutzziele und unwiderlegbare Argumente zur Diskussion vermitteln wird. Auf diese Weise sollen die Kongressteilnehmer, die aus allen Teilen der Welt erwartet werden, zu kundigen Botschaftern des Klimaschutzes werden.

Gleichzeitig wird eine Online-Gesellschaft gegründet werden, die sich für den Klimaschutz engagieren und Projekte unterstützen wird, die dem Klimawandel entgegenwirken.

Verheerende Auswirkungen

Nachdem der Weltklimarat der UN Anfang April seinen zweiten Bericht über die Folgen der Erderwärmung verabschiedet hat, ist das Thema noch stärker in den Vordergrund gerückt. Die klare Aussage, dass der Klimawandel in den kommenden Jahrzehnten Hunger, Krankheiten und Tod verursachen wird und Millionen von Menschen betroffen sein werden, sorgte für Betroffenheit. Obwohl Vertreter der USA, China und Saudi-Arabiens bis zuletzt versuchten, den UN-Bericht abzuschwächen, lautete die deutliche Aussage und Warnung des Klimaberichts, dass die globale Erderwärmung und folglich der Klimawandel in erheblichem Maße durch den Menschen, nämlich durch CO2-Ausstoß, verursacht wird, und die Folgen weitaus schlimmer sein können, als bisher angenommen. Dass der Meeresspiegel schneller steigt als ursprünglich vorhergesagt wurde, ist nur eine Auswirkung. Die Zukunft hält für die Welt schlimme Dürreperioden, Hungerkatastrophen, Überschwemmungen und Hochwasser bereit.

Besonders betroffen werden die ärmsten Länder der Welt in Asien und Afrika sein.

Fuerteventura als Austragungsort kritisiert

Während Domingo Berriel sich über die Zusage von Al Gore freut und feststellt, dass Fuerteventura aufgrund der starken Erosionsgefährdung der Insel ein idealer Austragungsort für den Klimaschutzgipfel ist, haben die Grünen gerade dies moniert. Die grüne Partei „Partido Verde Canario“ hat eigenen Angaben zufolge einen Brief an Al Gore verfasst, in dem sie ihm nahelegen, sich die Teilnahme bzw. Leitung des Gipfels auf Fuerteventura „noch einmal zu überlegen“. Die Grünen weisen dabei darauf hin, dass Fuerteventura innerhalb Europas die Insel mit den meisten Anzeigen wegen Umweltdelikten ist. Dabei sei sicher auch erwähnenswert, dass nirgendwo anders auf dem Archipel in den letzten Jahren so viel Fläche zuzementiert worden ist und auf Fuerteventura die meisten „umweltschädlichen“ Infrastrukturen ausgebaut wurden.

Die kanarische Regierung, die Mitorganisator der internationalen Tagung ist, sieht in dieser Veranstaltung bestätigt, dass sich die Kanarischen Inseln – ihren Wünschen gemäß – immer mehr zu einem beliebten Austragungsort für internationale Kongresse und Tagungen entwickeln.




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