Adoptiveltern und Großvater mit dem Messer getötet


Die Familientragödie ereignete sich auf einer Bananen-Finca in Guaza. Foto: EFE

Der 23-jährige Sohn der Familie hat die Tat gestanden

Teneriffa – Am Freitag, dem 23. März um 5.20 Uhr in der Frühe ging bei der Policía Local ein Anruf ein, der einen Einbrecher im Haus einer Bananenplantage in Guaza meldete. Eine Streife traf kurz darauf Ricardo O., den 23-jährigen Sohn des Hauses, am Tor des Anwesens mit blutverschmierter Kleidung und Schnittwunden an der Hand an. Im Haus fanden sie drei Tote vor, die in ihren Betten mit einem Messer getötet worden waren. Es handelte sich um den Plantagenbesitzer Antonio O. (68), seine Frau Carmen M. (59) und deren Vater Luciano M. (86).

Da der Bericht des jungen Mannes von einem schwarz gekleideten Einbrecher nicht stimmig erschien und er auch keine plausible Erklärung für die Schnitte an seinen Händen hatte, geriet der junge Mann schnell unter Verdacht und gestand später in der Polizeibefragung, seine Eltern und seinen Großvater getötet zu haben. Ab diesem Moment zeigte er sich kooperativ gegenüber der Polizei und auch später bei der Rekonstruktion der Tat durch das Untersuchungsgericht in Arona. Demnach hatte er in den frühen Morgenstunden ein dreißig Zentimeter langes Brotmesser aus der elterlichen Küche genommen und zuerst dem Großvater im oberen Stockwerk die Kehle durchschnitten. Dann war er in das Schlafzimmer seiner Eltern gegangen und tötete seine Mutter auf die gleiche Weise. Seinen Vater brachte er mit mehreren Messerstichen in die Brust ums Leben. Nach eigenen Aussagen führte er die Taten im Halbdunkel aus, sodass unklar ist, ob die Opfer wussten, wer sie angriff. Das Messer und einen Teil seiner Kleidung warf er nach eigenen Aussagen in einen Müllcontainer in der Nähe. Dieser war, als die Ermittlungen aufgenommen wurden, schon geleert worden. Die Suche auf der Mülldeponie verlief bisher erfolglos.

Am Tag vor der Tat soll der mutmaßliche dreifache Mörder einen heftigen Streit mit seiner Mutter gehabt und schon seit Jahren mit seinen Eltern in ständigem Konflikt gelebt haben. Angeblich war er schon einmal wegen Drogenkonsums und wegen psychischer Probleme in Behandlung gewesen. Aus seinen Handydaten konnte die Polizei ersehen, dass er sich im Dezember im Internet über Tötungsmethoden informiert hatte. Nach seinen eigenen Aussagen soll der Wunsch, seine Familie auszulöschen, zu dieser Zeit Form angenommen haben. Ricardo O. befindet sich nun bis zu seiner Verhandlung, die voraussichtlich in eineinhalb bis zwei Jahren stattfinden wird, in der JVA Tenerife II.

Antonio O. war in jungen Jahren nach Venezuela ausgewandert und später zurückgekehrt, um seine Bananen- plantage aufzubauen. Seine Frau Carmen, Lehrerin an einer Grundschule in Los Cristianos, und ihr Vater stammen von La Palma. Das Ehepaar hatte Ricardo, der in Venezuela geboren wurde, adoptiert, als er etwa sieben Jahre alt war. Aktuell studierte er Maschinenbau in Madrid.

Wenige Tage nach der Familientragödie brachen Unbekannte in die nunmehr verwaiste Finca ein und entwendeten einen Safe mit Bargeld und Schmuck sowie einen Kleintransporter. Beides konnte inzwischen sichergestellt, die Diebe jedoch noch nicht identifiziert werden.




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