Adán Martín unternimmt Nachbarschaftsbesuch


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Der kanarische Regierungschef wurde freundschaftlich in Mauretanien empfangen

Das mauretanische Staatsoberhaupt, Oberst Ely Ould Mohammed Vall und andere Regierungsvertreter signalisierten der kanarischen Regierung Anfang Januar ihre Bereitschaft, weiter mit den Kanaren im Kampf gegen die illegale Einwanderung zu kooperieren.

Nouakchott – Der kanarische Regierungspräsident Adán Martín war am 14. Januar zu einem dreitägigen offiziellen Besuch nach Mauretanien gereist, um die nachbarschaftlichen Beziehungen zu pflegen, wie es hieß. Vordergründig ging es natürlich darum, die diplomatischen Beziehungen und die Zusammenarbeit mit diesem afrikanischen Staat insbesondere bei der Bekämpfung der illegalen Immigration zu verstärken und zu fördern. Gemeinsam stellten die kanarischen und mauretanischen Politiker den bisherigen Erfolg der Patrouillen fest, die von beiden Staaten (Spanien und Mauretanien) zur Küstenkontrolle eingesetzt werden.

Gleichzeitig unterstrichen sowohl Adán Martín, als auch Ely Ould Mohammed Vall die Notwendigkeit von mehr Mitteln für die Bekämpfung dieser Problematik.

Adán Martín traf sich in der Hauptstadt Nouakchott mit dem mauretanischen Staatsoberhaupt, Oberst Ely Ould Mohammed Vall, sowie mit dem Regierungschef, Premierminister Sidi Mohamed Ould Boubacar. Währenddessen sprach der kanarische Justizminister José Miguel Ruano mit dem mauretanischen Innenminister, der ihm mitteilte, dass „alle Hilfe zu wenig ist“. Innenminister Mohamed Ahmed O. M. Lemine beteuerte ebenfalls, dass mehr Mittel notwendig sind, um diese Situation zu mildern, die Tausende von Todesopfern unter den Menschen fordert, die als Bootsflüchtlinge die kanarischen Küsten ansteuern. Eine Ziffer nannte er in diesem Zusammenhang nicht, versicherte aber, dass die mauretanische Regierung 2006 bis zu 12.000 Personen in ihre Heimatländer rückgeführt hat.

Damit wird klar, welche Rolle Mauretanien in der Immigrationsproblematik übernimmt. Das Land ist zu einem Transitland für Armutsflüchtlinge aus anderen afrikanischen Staaten geworden, die an den mauretanischen Küsten zu ihrer Reise nach Europa aufbrechen.

Entwicklungsprojekte mit kanarischer Finanzierung

Während des Aufenthalts in Nouakchott besuchte die kanarische Delegation auch zwei Entwicklungsprojekte, die von den Kanarischen Inseln mitfinanziert werden: Das Projekt von „Radio Ecca“ zur Alphabetisierung sowie das Kinderkrankenhaus „El pequeño almorávide“.

Adán Martín wies auf die Bedeutung der guten See- und Flugverbindungen zwischen den Kanaren und Mauretanien hin, um die Inseln sozusagen zur „Basis“ der europäischen Hilfe für Afrika zu machen. Der Flug mit der regionalen kanarischen Airline Binter, mit dem er und seine Begleiter nach Nouakchott kamen, sei ein gutes Beispiel für die Verbesserung dieser Verbindungen, die weiter ausgebaut werden müssen, sagte er.

Feste Kooperationszusage

Der kanarische Regierungschef brachte von seiner Mauretanienreise das feste Versprechen der dortigen Staatsmänner mit, auch künftig die illegale Auswanderung über ihre Küsten zu bekämpfen. Adán Martín sicherte seinerseits den mauretanischen Regierungsvertretern die Unterstützung der Kanaren zu, um die Problematik an den Wurzeln zu bekämpfen und so die Gründe für den massiven Exodus zu eliminieren. Canarias werde sich weiterhin für Mauretanien in Madrid und Brüssel einsetzen, um unter anderem auch mehr Mittel für die Entwicklungsprojekte zu erreichen.

Beide Regierungen, die kanarische und die mauretanische, zeigten sich einstimmig der Meinung, dass die illegale Zuwanderung nur durch die Lösung der Probleme auf dem afrikanischen Kontinent gestoppt werden kann.

Hilfe für Emira

Ein konkretes Beispiel für die nachhaltige Kooperation und Hilfe der kanarischen Regierung in Mauretanien ist der Fall der kleinen Emira, ein sechsjähriges Mädchen, das seit Monaten im Krankenhaus von Nouadhibou liegt. Auch dieses Krankenhaus wird von der kanarischen Regierung mitfinanziert und die dort arbeitenden Ärzte sind zum Teil auf den Kanaren ausgebildet worden. Emira erlitt vor acht Monaten schwerste Verbrennungen als sie in eine Feuerstelle fiel. 60% ihres Körpers sind verbrannt. Wegen der schweren Brandverletzungen an ihren Beinen kann Emira nicht laufen. Im Krankenhaus in Nouadhibou fehlen die Mittel für eine korrekte Weiterbehandlung und Reha.

Emiras Vater nutzte den Besuch der kanarischen Delegation mit Adán Martín an der Spitze in dem Krankenhaus, um dem Regierungschef den Fall seiner Tochter zu schildern und ihn zu bitten, Emira zur Weiterbehandlung auf die Kanaren zu bringen. Er konnte Adán Martín das Versprechen abnehmen sich dafür einzusetzen, dass die kleine Emira so schnell wie möglich in die Mutter-Kind-Klinik „Hospital Materno Infantil“ in Las Palmas de Gran Canaria verlegt wird.




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