Abschaffung des Ziegenbads gefordert


Am 24. Juni wurden, wie in jedem Jahr, die Ziegen im Hafen von Puerto de la Cruz gebadet. FotO: moisés Pérez

Die Petition auf Change.org wurde schon von 1.000 Personen unterschrieben

Teneriffa – Bis Redaktionsschluss waren auf der Plattform Change.org für die Petition einer jungen Katalanin, das Ziegenbad in Puerto de la Cruz für illegal zu erklärten, bereits annährend 1.000 Unterschriften eingegangen. Die junge Frau hatte die Petition direkt nach dem Fest zur Sommersonnenwende gestartet, mit dem auch die Tradition des Ziegenbads zusammenhängt. In der Petition wird das Ritual als „unnötige Tortur“ bezeichnet, die den Tieren Stress und Angst verursache – „eine alte und sinnlose Tradition“.

Jedes Jahr am Vormittag des 24. Juni wird am Hafen von Puerto de la Cruz dieser uralte Brauch gepflegt. Ziegenherden werden zum Hafen getrieben und die Tiere im Meer gebadet. Das Ziegenbad ist nach den Überlieferungen der Heimatforscher ein Fruchtbarkeitsritual aus der Zeit der Ureinwohner, der Guanchen. Wichtig war das alljährliche Bad aber wohl auch, um das Fell der Tiere von Ungeziefer zu befreien. Das Ziegenbad wurde von dem Folkloristen Chucho Dorta, der sich besonders um den Erhalt alter Traditionen bemühte, wieder populär gemacht. Nach seinem Tod hat die Stadt das „Baño de Cabras“ fest in den Veranstaltungskalender rund um die Sonnwendfeier aufgenommen. Auch eine Erklärung des Brauchs zum immateriellen Kulturgut wird angestrebt.

Bürgermeister sieht keinen Anlass für ein Verbot

Der Bürgermeister von Puerto de la Cruz, Marco González (PSOE), sieht derweil keinerlei Anlass für ein Verbot. Vielmehr gehört er zu den Verfechtern dieses alten Brauchs, bei dem ihm zufolge den Tieren kein Schaden zugefügt wird. „Niemals habe ich Leiden, Gewalt oder Misshandlung beobachtet“, erklärte González und hält deshalb die Forderung eines Verbots für nicht gerechtfertigt.

 

 

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