7 Fahrzeuge auf 10 Einwohner


Die Provinzhauptstädte fördern öffentliche Transportmittel und richten vermehrt Fußgängerzonen ein, um der Luftverschmutzung entgegenzuwirken

Kanarische Inseln – Laut den letzten vorliegenden Zahlen des Verkehrsamtes waren Ende 2014 auf den Kanarischen Inseln 1.578.838 Fahrzeuge registriert, davon 65% Personenwagen, 11% Motorräder und 22% Lastwagen. Daraus ergibt sich, dass bei der damaligen Zahl von 2.100.306 Einwohnern der Durchschnitt bei 751 Fahrzeugen pro 1.000 Einwohner lag, weit höher als der landesweite Durchschnitt (479/1.000). Sieben Fahrzeuge auf zehn Canarios und Residenten, so lautet das Ergebnis.

Die vielen Fahrzeuge führen nicht nur zu einer zunehmenden Überlastung der Straßeninfrastrukturen, sondern allgemein auch zu einer Verschlechterung der Luftqualität. Zwar sorgt der Passatwind das ganze Jahr über für Luftzirkulation, trotzdem wächst insbesondere in den einwohnerstarken Gemeinden die Sensibilität für die auch hier zunehmende Verschmutzung der Luft, die sich generell negativ auf die Gesundheit der Bevölkerung auswirkt.

So haben beide Provinzhauptstädte vor einigen Jahren damit begonnen, gezielt die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel und des Fahrrads zu fördern sowie die Fußgängerzonen auszubauen.

Umsteigen auf den Bus

Santa Cruz konzentriert sich auf die Entlastung der Hauptverkehrsadern und wird hierbei von der Inselregierung und anderen Gemeinden unterstützt.

Zu den konkreten Aktionen gehört der Versuch, die jungen Leute zu bewegen, vermehrt auf das öffentliche Transportmittel Bus umzusteigen. Eine Studie hatte gezeigt, dass nur 5,7% der 4.600 in der Gemeinde lebenden Studenten täglich den Bus benutzen.

Weiterhin treibt Santa Cruz die Öffnung der Stadt zum Meer, die Schaffung einer Fußgängerpromenade an der Küste von Cabo Llanos und die Umwandlung des Ortsteils El Toscal in eine reine Fußgängerzone voran.

Mehr Effizienz beim öffentlichen Transport

In Las Palmas gewinnen ebenfalls die Fußgänger immer mehr Bereiche. Nachdem vor drei Jahrzehnten der Ortsteil Triana zur Fußgängerzone erklärt wurde, folgte vor einiger Zeit ein Teil der Avenida de Mesa y López.

Auch fördert die Stadtverwaltung aktiv die Einrichtung eines Fahrradstreifens und die Einführung des „Bus Rapid Transit“ (BRT). Allein in diesem Jahr will Las Palmas 5,6 Millionen Euro, finanziert mit einem Kredit des Europäischen Investitionsfonds, in die Einführung des effizienten Metrobus investieren.

Experten sind sich einig, dass es sich bei dem Klimawandel und der Umweltverschmutzung um ein globales Problem handelt, jedoch auch, dass dieses am besten auf lokaler Ebene angegangen werden sollte.




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