56 Familien feiern ihr neues Zuhause


Am 28. August warteten 36 glückliche Familien in der Tiefgarage des neuen Komplexes im San Honorato-Viertel in La Laguna auf die Übergabe ihrer neuen Wohnungen, unter anderem durch Kanarenpräsident Fernando Clavijo (r.). Foto: facebook presidencia gobierno de canarias

Ende August, nach einer Wartezeit von bis zu elf Jahren, nahmen 36 der 56 von der Baufälligkeit eines Sozialbaus betroffenen Familien die Schlüssel für ihr neues Heim im Neubau „Los Molinos“ entgegen

Teneriffa – Am 28. August fanden sich 36 Familien in einer Tiefgarage in La Laguna ein, um nach über einem Jahrzehnt des Wartens und der Unsicherheit die Schlüssel zu ihrer neuen Wohnung in Empfang zu nehmen. Sie alle hatten wegen der Baufälligkeit des 50 Jahre alten Sozialwohnungskomplexes „El Centurión“ ab 2006 ihre Eigentumswohnung räumen müssen. Bei der Übergabe durch Regionalpräsident Fernando Clavijo, Cabildo-Präsident Carlos Alonso und Bürgermeister José Alberto Díaz, flossen Tränen der Erleichterung und des Glücks bei den vorwiegend einkommensschwachen Familien.

Der erste Sozialwohnungskomplex der Franco-Zeit

Im Jahr 1956 wurde der erste Komplex von Sozialwohnungen auf den Kanaren in der Franco-Zeit in La Laguna errichtet und „El Centurión“ genannt. Ein halbes Jahrhundert später, im Jahr 2006, wurde das Gebäude für baufällig erklärt – die ersten Familien mussten ihr Zuhause räumen. Die Lage war dramatisch, denn, wenn überhaupt vorhanden, waren die Einkommen vieler der Familien zu gering, um Mietzahlungen leisten zu können. Die Gemeinde sah sich verantwortlich und sagte die Übernahme der Mietzahlungen zu. Im Jahr 2012 wurde das Gebäude endgültig zur Ruine erklärt und die letzten Bewohner umgesiedelt.

Bereits 2007 begann die Suche nach einer langfristigen Lösung für die über 150 Betroffenen, hauptsächlich Senioren mit beschränkten Mitteln. Schließlich entschied man sich, nach dem Abriss des Centurión-Gebäudes an derselben Stelle einen neuen Sozialwohnungskomplex zu errichten. Somit konnten die Betroffenen weiter in ihrem Stadtviertel San Honorato, in dem sie bereits ihre Kindheit verbracht hatten, nun jedoch unter würdigen Bedingungen, wohnen. Doch die Wirtschaftskrise erschwerte das Vorhaben. Im Rahmen des staatlichen „Programmes zur Regenerierung und Erneuerung der Städte“ (ARRUS), welches insbesondere die Erneuerung von Sozialwohnungen fördert, kam es zwischen dem Staat, der Region und der Gemeinde schließlich zu einer Einigung über die Übernahme der Kosten. Im August 2015 wurden die Bauarbeiten aufgenommen.

„Die Mühlen“

Heute gehört das Centurión-Gebäude der Vergangenheit an. Hier steht nun ein neuer Bau, der „Los Molinos“ getauft wurde, weil sich in der Gegend einst eine Mühle an die andere reihte. In dem achtstöckigen Neubau entstanden 56 Wohnungen mit bis zu drei Schlafzimmern. Zu jeder Wohneinheit gehören ein Tiefgaragenstellplatz und ein Abstellraum. Das Dach kann als Sonnenterrasse genutzt werden. Rund um das Gebäude gibt es viel öffentlichen Raum, der noch als Gartenanlage gestaltet werden soll, das hat der Bürgermeister zugesagt.

Die Gesamtkosten von über 7 Millionen Euro wurden zu 34% vom Staat, zu 33% von der Gemeinde, zu 23% von der Kanarenregierung und zu 10% vom Cabildo getragen. Für die Unterbringung der Betroffenen zahlte die Gemeinde insgesamt 903.000 Euro.

Der Tag der Übergabe

Am 28. August war es, für einige nach über einem Jahrzehnt der Unsicherheit und des Wartens, endlich so weit. 36 neue Wohnungseigentümer unterzeichneten beim Notar die Verträge, später war die Schlüsselübergabe anberaumt. Regionalpräsident Fernando Clavijo, Inselpräsident Carlos Alonso und Bürgermeister José Alberto Díaz nahmen die Zeremonie in der Tiefgarage vor. Sie übergaben die Schlüssel und gratulierten. Viele der Betroffenen konnten ihre Tränen der Erleichterung und Freude nicht zurückhalten. Clavijo, Alonso und Diáz hoben die gute Zusammenarbeit der Behörden, die gemeinsam dieses Projekt umgesetzt haben, hervor, und dankten den Betroffenen für ihre Geduld. Die ebenfalls an dem Festakt teilnehmende Cristina Valido, Leiterin des Ressorts für Soziales Wohnen, freute sich, dass die 56 Familien nun ein würdiges Heim erhalten haben.

Weitere 20 Wohnungen sollen in den nächsten Wochen übergeben werden. Bei diesen Fällen liegen noch bürokratische Hindernisse vor, weil es sich teilweise um Erbschaften handelt, denn die eigentlichen Begünstigten sind mittlerweile verstorben.




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