354 Kneipen mussten infolge des Rauchverbots schließen


Regionale Vereinigung der Freizeit- und Gastronomiebetreiber klagt an

Im Laufe des vergangenen Jahres machten auf den Kanaren 354 Kneipen dicht.

Dies teilte die regionale Vereinigung der Freizeitanlagen- und Gastronomiebetreiber (Fecao) mit und macht für die infolgedessen zerstörten Arbeitsplätze hauptsächlich das Rauchverbot verantwortlich. In einer öffentlichen Mitteilung wirft Fecao den Behörden eine „beispiellose Hetzjagd“ vor.

Wenn man in Betracht ziehe, dass in jedem Betrieb etwa vier bis sechs Angestellte beschäftigt sind, dann seien seit Einführung des Rauchverbots 2.000 Arbeitsplätze zerstört worden. Laut Fecao liegen die Kanarischen Inseln spanienweit auf dem traurigen vierten Platz, was die Zahl der Schließungen von Restaurationsbetrieben betrifft. 2010 waren noch 8.451 angemeldet, 2011 sind es nur noch 8.097.

Die Folgen des am 2. Januar 2011 in Kraft getretenen verschärften Antitabakgesetzes – strenges Rauchverbot in allen Kneipen, Restaurants und Diskotheken – sind nach Auskunft von Fecao besonders in Madrid zu sehen, wo die Zahl der Bars und Kneipen um fast 700 zurückgegangen ist. Auch in Andalusien (424 Schließungen) und Galicien (367) seien die Auswirkungen deutlich erkennbar. „Und trotz alledem verfechten einige Politiker wie Gesundheitsministerin Leire Pajín den Erfolg dieses Gesetzes, das in Wirklichkeit in ganz Spanien zu Geschäftsschließungen geführt hat und weiter führt“, heißt es in der Mitteilung der Vereinigung. Erschwerend komme für die Branche hinzu, dass es derzeit keine aktive Arbeitsförderungspolitik für KMUs gibt, die weiterhin auf Ermäßigungen bei der staatlichen Krankenversicherung und auf Steuervorteile warten. Vielmehr seien Selbständige derzeit einer nie dagewesenen Hetzjagd ausgesetzt: Arbeitsinspektionen, Gesundheitsinspektionen, Verkehrskontrollen – mit auffällig häufigen Kontrollen von Dienstwagen, moniert Fecao.

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