31.000 Bootsflüchtlinge in einem Jahr


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2006 erreichten genau soviel illegale Einwanderer die Inseln wie zwischen 2002 und 2005

Etwa 31.000 illegale Einwanderer haben 2006 die Küste der Kanarischen Inseln erreicht. Das bedeutet, dass in einem Jahr so viele Bootsflüchtlinge aus Afrika auf den Archipel kamen wie in dem Zeitraum zwischen 2002 und 2005.

Als mitverantwortlich dafür, dass im vergangenen Jahr eine derart große Zahl von Flüchtlingen die gefährliche Überfahrt wagten, wird unter anderem die Tatsache angesehen, dass inzwischen andere Boote benutzt werden, die eine Kapazität für durchschnittlich 100 Insassen haben. Auch sind die illegalen Überfahrten billiger geworden und die Bootsführer verfügen über eine größere Erfahrung.

Im November 2005 verlagerten sich die wichtigsten Ausgangsorte der Flüchtlingsboote von der marokkanischen Küste Richtung Senegal, was für zahlreiche Fluchtwillige aus Westafrika leichter zu erreichen war.

1.500 Immigranten in den Auffanglagern

Zum Jahresbeginn 2007 waren in den Auffanglagern für illegale Immigranten auf den Inseln genau 1.509 Flüchtlinge untergebracht. Während die Lager auf den Inseln La Palma, La Gomera, El Hierro und Lanzarote leer sind, platzen die Immigranteninternierungszentren auf Teneriffa aus allen Nähten. In Hoya Fría sind derzeit 408 Flüchtlinge untergebracht, in Las Raíces 734. In den beiden Zentren auf Gran Canaria, Barranco Seco und La Isleta, sind 66 bzw. 139 Afrikaner einquartiert. Das Internierungslager El Matorral auf Fuerteventura zählt 162 Insassen.

Der Regierungsdelegierte auf den Kanaren, José Segura, hat angekündigt, dass auch 2007 weiterhin Überführungen von illegalen Immigranten auf das spanische Festland stattfinden werden. Er hoffe allerdings, so Segura, dass in 2007 weniger oder keine Cayucos mehr kommen und so die Internierungslager der Inseln nach und nach leer werden.




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