30 Tage ohne Cayucos


Beruhigung der Lage oder nur eine Pause?

Nachdem die Ankunft von Flüchtlingsbooten aus Westafrika auf den Kanaren bis vor Kurzem noch an der Tagesordnung war, ist die Nachricht, dass seit einem Monat kein Cayuco mehr angekommen ist, erstaunlich.

„Es ist klar, dass die Lage sich gebessert hat. Ich denke, wir sollten es aber nicht an die große Glocke hängen, denn manchmal begegnen uns unerwartet unangenehme Überraschungen wie die Tragödie auf Lanzarote, wo am 15. Februar 25 Immigranten ums Leben kamen – zu einem Zeitpunkt, an dem die Zahl der Bootsflüchtlinge drastisch zurückgegangen war“, sagte Kanaren-Chef Paulino Rivero zu der Tatsache, dass zwischen dem 5. April und dem 5. Mai kein einziges Cayuco auf den Kanarischen Inseln ankam. Anstatt angesichts dieser Entspannung der Lage in Jubel auszubrechen, reagierte Rivero besonnen und vorsichtig.

Er räumte ein, dass im Laufe dieses Jahres einerseits weniger Flüchtlingsboote ankamen, andererseits jedoch mehr Menschen ums Leben gekommen sind. „Deshalb müssen wir auf dieser Linie weiterarbeiten, die Kooperationspolitik verstärken und uns um die Zusammenarbeit mit Ländern bemühen, in denen Menschenhandel betrieben wird“, sagte der Präsident.

Im Laufe dieses Jahres sind nach Angaben der Nachrichten­agentur Europa Press 1.458 afrikanische Flüchtlinge auf den Kanarischen Inseln angekommen – darunter 28 Tote und 161 Minderjährige.




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