24 Glockenschläge an Silvester


Der Präsident der Regionalregierung von Madrid, Ángel Garrido (l.), mit Fernando Clavijo bei der Besichtigung des Uhrwerks Foto: Gobierno de Canarias

Erstmals wird an der Puerta del Sol in Madrid auch zu kanarischer Zeit das neue Jahr eingeläutet

Madrid/Kanarische Inseln – Wenn in der Silvesternacht die Uhr an der Madrider Puerta del Sol das neue Jahr einläutet, dann geschieht dies natürlich immer um Mitternacht. Doch in diesem Jahr wird die berühmte Uhr erstmals auch um 01.00 Uhr zum Jahresbeginn 2019 auf den Kanarischen Inseln zwölf Mal läuten. Hierfür wird das Uhrwerk erstmals manipuliert und von Uhrmacher Jesús López um eine Stunde zurückgestellt werden. 4 Minuten und 35 Sekunden wird er für diese heikle Uhrumstellung brauchen, das hat er mit zwei Uhrmacherkollegen bereits getestet.

Foto: Carlos Delgado; CC-BY-SA

Nachdem der kanarische Regierungschef Fernando Clavijo  gemeinsam mit seinem Madrider Amtskollegen Ángel Garrido das Uhrwerk besichtigte und die Aktion vorstellte (Foto r.), hat der Countdown begonnen. Auf der eigens für diese Aktion geschaffenen Website www.

canariasdalacampanada.com können Videobotschaften zu diesem Thema angesehen werden. Außerdem gibt es auf der Seite eine rückwärtsschreitende Zeitzählung bis zum 31. Dezember 00.00 Uhr.

Wenn auf dem spanischen Festland bereits der Eintritt in das neue Jahr gefeiert wird, fehlen auf den Kanarischen Inseln noch 60 Minuten bis 2019. In dieser Zeit werden im Fernsehen die Sehenswürdigkeiten und Landschaftsreize des Ferienziels Kanaren zu sehen sein, bevor dann um 01.00 Uhr MEZ die Turmuhr an der Puerta del Sol das neue Jahr für die Inseln einläutet.

Seit mehr als 150 Jahren ganggenau

Die Geschichte der Uhr geht auf das Jahr 1865 zurück, als der spanische, im Londoner Exil lebende Uhrmacher José Manuel Rodríguez Conejero, besser bekannt als „Uhrmacher Losada“ diese Uhr als Zeichen seiner Verehrung für Königin Isabel II Spanien zum Geschenk machte. Die Uhr wurde 1866 im Beisein der Königin offiziell in Betrieb genommen.

José Manuel Rodríguez Conejero wurde in der spanischen Provinz León um 1801 geboren und begab sich aufgrund seiner liberalen Gesinnung 1828 ins Exil. Nach zwei Jahren in Paris ließ er sich schließlich in London nieder, wo er als Bursche bei einem Uhrmacher arbeitete. Nach dessen Tod übernahm Losada das Geschäft und wurde durch seine präzise Arbeit bei der Herstellung von Chronometern und Längenuhren zu einem der bekanntesten und gefragtesten Uhrmacher Londons. Die Herstellung der Uhr der Puerta del Sol kostete ihn drei Jahre Arbeit.

Seit mehr als 150 Jahren geht die Uhr im Turm des Edificio de Correos an der Puerta del Sol nun präzise, und jedes Jahr versammeln sich an Silvester Tausende Menschen auf diesem Platz in Madrid, um zu den Glockenschlägen ihre Weintrauben zu schlucken, was Glück im neuen Jahr bringen soll. Die Glockenschläge werden alljährlich im Fernsehen übertragen, damit niemand diesen wichtigen Moment verpasst.

Der Brauch, an Silvester zwölf Weintrauben während der Glockenschläge zu essen, existiert übrigens seit Anfang des 20. Jahrhunderts. Über den Ursprung gibt es mehrere Theorien. Eine besagt, dass es um das Jahr 1909 eine so ergiebige Weinlese gab, dass die Landwirte den Überschuss an Trauben am 31. Dezember an der Puerta del Sol an Passanten verteilten, von denen einer dann die Idee hatte, zu jedem Glockenschlag eine Traube zu essen. Eine andere Erklärung ist, dass die Gewohnheit der Franzosen, das neue Jahr mit Weintrauben und Champagner zu begehen, übernommen wurde.

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