172 Festnahmen wegen falscher Führerscheine

Polizei Foto: EFE

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Spanienweit wurden 802 Personen wegen mutmaßlich gefälschter Fahrerlaubnis angezeigt

Kanarische Inseln / Madrid – Die Nationalpolizei hat im Zuge einer groß angelegten Aktion insgesamt 802 Personen in ganz Spanien vorübergehend festgenommen. Sie stehen im Verdacht, gefälschte venezolanische Führerscheine zu besitzen und in einigen Fällen versucht zu haben, diese bei der Straßenverkehrsbehörde in legale spanische Fahrerlaubnisse umschreiben zu lassen.
Die Operation „Driver“ wurde unter Mithilfe der Straßenverkehrsgeneraldirektion DGT (Dirección General de Tráfico) in 19 Provinzen durchgeführt. Auf den Kanarischen Inseln wurden 172 Personen vorläufig festgenommen, 154 auf Teneriffa und 18 auf Gran Canaria.
Aufgrund der Ermittlungen sind die Umschreibungen von Führerscheinen aus Venezuela seit dem 15. März ausgesetzt, von dieser Maßnahme sind lediglich die Berufskraftfahrer ausgenommen.
Auf dem spanischen Festland wurden 185 Verdächtige in Madrid vorübergehend verhaftet, 123 in Málaga, 62 in Alicante, 56 in Valladolid, 41 in Guipúzcoa, 38 in Toledo, 23 in Murcia, 22 in Asturien, 17 in Barcelona, 16 in Ciudad Real, 16 in Sevilla, 6 in Pontevedra, 9 in Zaragoza, 4 in Badajoz, 4 in Cáceres, 4 in Jaén und 4 in Zamora. Die Ermittlungen in dieser Sache sind noch nicht abgeschlossen, sodass noch weitere Fälle hinzukommen können. Außerdem wurden 296 spanische Führerscheine beschlagnahmt, die aufgrund der Vorlage einer venezolanischen Fahrerlaubnis ausgestellt wurden. Polizeiangaben zufolge wurden die mutmaßlich gefälschten Führerscheine für 90 Euro über das Internet erworben.
Ein venezolanischer Anwalt auf Teneriffa, der zwei Dutzend der Beschuldigten vertritt, moniert die Vorgehensweise der Polizei, da diese die Unschuldsvermutung außer Acht gelassen habe. Er glaubt nicht, dass alle Führerscheine, die angezweifelt werden, tatsächlich gefälscht sind. Die meisten seien tatsächlich von den venezolanischen Behörden ausgestellt worden. In Venezuela liege seit Jahren vieles im Argen, weshalb man keine Führerscheine mit allen Sicherheitsmerkmalen mehr habe erstellen können und dazu übergegangen sei, die Dokumente im PDF-Format herauszugeben. Da sei vieles schiefgelaufen, was jedoch nicht bedeute, dass alle Betroffenen Straftäter seien.

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