Ryanair verliert Rechtsstreit


Online-Reisebüros dürfen Tickets verkaufen

Das Online-Reisebüro Lastminute darf auf seiner Internetplattform wieder Tickets von Ryanair verkaufen, nachdem ein Handelsgericht in Barcelona eine Klage der irischen Billigfluglinie abgewiesen hat, mit der sie genau dies unterbinden wollte.

Madrid – Der Gerichtsentscheid verurteilt Ryanair außerdem wegen Verleumdung der Online-Händler.

Das Urteil spricht von verleumderischem, unlauterem Wettbewerb, weil Ryanair durch die Medien verbreiten ließ, dass die Online-Agenturen, darunter Lastminute, „die Konsumenten berauben, indem sie ungerechtfertigte Preise verlangen“.

Ryanair hatte im Sommer 2008 alle Tickets storniert, die über Reisebüros im Internet verkauft wurden und in die Bedingungen ihrer Webseite die Verpflichtung eingefügt, dass alle Tickets direkt über Ryanair gekauft werden müssen. Diese Aktion wurde nun vom Gericht als unlauterer Wettbewerb verurteilt.

Der Gerichtsentscheid verfügt außerdem, dass Ryanair die verleumderischen Äußerungen einzustellen habe und die Entscheidung in der Presse veröffentlichen muss.

Bereits 2009 hatte das Handelsgericht eine ähnliche Klage gegen die Web-Agentur Atrapalo abgewiesen. Der Richter sprach dem Portal das Recht zu, als Vermittler beim Kauf von Ryanair-Tickets aufzutreten, da der Fluggesellschaft dadurch keinerlei Nachteile entstünden.

Der Chef von Ryanair, Michael O’Leary, macht immer wieder von sich reden. Erst kürzlich wurde er verurteilt, weil er den Gründer von easyJet „Pinocchio“ genannt hatte.




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