Roaming wird 70% billiger


Entscheidung aus Brüssel beendet Handy-Wucher im Ausland

Wie praktisch, sein eigenes Mobiltelefon problemlos auch im Urlaub nutzen zu können. Spätestens beim Anblick der Handyrechnung daheim verwandelte sich bisher jedoch bei manch einem Spanienurlauber die Urlaubsbräune schlagartig in Leichenblässe: Preise von 10 Euro oder mehr für ein kurzes Telefonat nach Hause waren der Normalfall.

Madrid – Doch nun sollen die Tarife für Handygespräche im Ausland (Roaming) europaweit deutlich sinken. So hat es das Europäische Parlament in Zustimmung der 27 Mitgliedsstaaten beschlossen.

Besonders die traditionellen Urlaubsländer wie Spanien und Italien waren strikt gegen diesen Beschluss und boikottierten die Verhandlungen lange Zeit. Kein Wunder, denn es geht um viel Geld. Allein die spanischen Anbieter werden durch die erzwungenen Preissenkungen jährlich rund 1,4 Milliarden Euro Umsatzverluste hinnehmen müssen. Gegen den von der EU angestrebten Maximalpreis von 40 Cent pro Minute wehrten sie sich mit allen Mitteln.

So konnte man sich letztendlich im ersten Schritt nur auf einen EU-Tarif von 49 Cent pro Minute für Gespräche aus dem Ausland und 27 Cent für eingehende Anrufe einigen. 2008 und 2009 fallen diese Preise dann nochmals um jeweils 3 Cent. Dazu kommt allerdings noch die jeweilige Mehrwertsteuer. Auch die Kosten für SMS und Datenverkehr im Ausland sollen dann sinken.

Ob die neuen Tarife wie ursprünglich vorgesehen bereits Anfang oder Mitte Juli in Kraft treten ist jedoch fraglich. Sollte es bei der Ratifizierung des Kompromisses wieder Verzögerungen geben, wäre der angestrebte Termin nicht einzuhalten. So könnten sich Spaniens Handybetreiber in den Sommerferien nochmal schön die Kassen auffüllen.




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