Neue Frequenzen für alle TDT-Sender


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Noch vor 2015 müssen alle Empfangsgeräte in Spanien erneut eingestellt werden

Die große Umstellung auf das digitale terrestrische Fernsehen TDT (Televisión Digital Terrestre, in Deutschland: DVB-T genannt) ist gerade erst abgeschlossen worden, da steht den spanischen Haushalten bereits ein neuer „Apagón“ ins Haus.

Madrid – Noch vor 2015 müssen alle digitalen Fernsehsender in Spanien ihre Frequenzen wechseln, was eine Neuprogrammierung aller TV-Geräte und eine Anpassung der Antennenanlagen erforderlich machen wird. Das Industrieministerium versichert, dass der Staat in diesem Fall die kompletten Kosten für die Umstellung tragen wird.

Auf der einen Seite geht es dabei um die Kosten für die vorübergehende Simulcast-Ausstrahlung (auf zwei Frequenzen gleichzeitig), die während der Übergangsphase notwendig wird. Die Betreiber hatten laut und deutlich erklärt, dass sie die Kosten für diese erneute Umstellung nicht übernehmen werden, da diese nur aufgrund der überstürzten Einführung des digitalen Fernsehens in Spanien und der damit verbundenen Fehlplanung nötig wurde.

Doch auch die Kosten der einzelnen Anwender will die Regierung übernehmen. Und zwar in den Fällen, wo ein Kanalsuchlauf nicht ausreicht um die neuen Kanäle zu empfangen, sondern auch die Neuausrichtung der Antennen oder eine Anpassung der Gemeinschafts-Empfangsanlagen nötig werden.

Auf die Frage, wieviel die erneute Umstellung kosten werde, will das Ministerium nicht antworten. Fenitel, eine Vereinigung von Telekommunikations-Installateuren, rechnet jedoch mit 125 bis 650 Euro pro Gebäude.

Durch die Neuvergabe der Frequenzen wird der Weg zu neuen Telekommunikationsnetzen geebnet, vor allem für  die mobilen Breitbanddienste. Spanien setzt damit eine EU-Richtlinie um, die das Frequenzspektrum innerhalb der Gemeinschaft „optimieren und flexibilisieren“ soll.

Wie die Vergabe der frei werdenden Frequenzen vonstatten gehen wird, ist noch ungewiss. Möglich wäre eine Versteigerung, die bereits bei den UMTS-Frequenzen Millliarden in die Haushaltskassen spülte.

Gewiss ist jedoch, dass derjenige, der den Zuschlag erhält die Zeche für die Umstellungsaufwendungen mitbezahlen muss, so die Behörde.




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