Kanarische Inseln: Tor zum Weltall


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Erfolgreicher Start eines Mikrosatelliten auf Gran Canaria

Die Universität von Las Palmas de Gran Canaria (ULPGC) hat in Zusammenarbeit mit der Polytechnischen Universität Katalonien (UPC) auf Gran Canaria erfolgreich ein Verfahren getestet, mit dem Mikrosatelliten weit kostengünstiger in die Erdumlaufbahn gebracht werden können, als dies mit bisherigen Methoden möglich war.

Bei dem Versuch ließen die Forscher einen Ballon bis auf 36 Kilometer Höhe in die Stratosphäre steigen. In einem Rohr am Ballon befestigt hing der rund 14 Zentimeter lange und 100 Gramm schwere Mikrosatellit und eine kleine Raketenabschusssvorrichtung, mit der er aus der Stratosphäre an seine endgültige Umlaufposition katapultiert werden würde. Bei dem Versuch hatte die Rakete zwar noch keinen Treibstoff an Bord, doch das Abschussverfahren konnte erfolgreich zertifiziert werden.

Nur drei Stunden nach dem Raketenstart aus der Stratosphäre würde der Satellit seine Umlaufbahn erreichen und könnte von dort live Daten an die Bodenstation funken, etwa zur Unterstützung bei Überschwemmungen, Waldbränden oder zur Kontrolle von Ölteppichen bei Unfällen mit Förderplattformen.

Die Kosten für den Start mit diesem Verfahren belaufen sich auf rund 30.000 Euro, gegenüber bis zu 40 Millionen Dollar, die dasselbe mit einem herkömmlichen Raketenshuttle kosten würde.

Die Insel Gran Canaria, inmitten des Ozeans gelegen, sei aufgrund ihrer geografischen Lage ein idealer Startplatz für Satelliten, erklärte der Leiter des Projekts, Joshua Tristancho.




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