Internet-Aktivisten fordern Rajoys Rücktritt


Forderung auf der Aktivismus-Plattform „Change.org“ bricht alle Rekorde

Der Korruptionsskandal rund um die spanische Volkspartei PP und Regierungschef Mariano Rajoy hat auch spanische Internet-Aktivisten auf den Plan gerufen.

Madrid – Noch am selben Tag, an dem die Tageszeitung El País die kompromittierenden Papiere veröffentlichte, startete der junge Spanier Pablo Gallego García, empört über die Enthüllungen, eine Petition auf Change.org, einer Plattform für Online-Aktivismus: „Jetzt reicht es! Es wird Zeit, dass all diejenigen, die Schwarzgeld erhalten haben, gehen und aufhören, den Namen unseres Landes zu beschmutzen. Wir sind es leid, die Dekadenz und den Verfall einer Demokratie mitanzusehen, die ihrem Volk geraubt wurde, während die politische Elite und Unternehmer das Land unter sich aufteilen. (…) Ich fordere den sofortigen Rücktritt des Regierungspräsidenten Mariano Rajoy (dessen Name in den Papieren von Bárcenas als Zahlungsempfänger auftaucht) und vorgezogene Neuwahlen, sowie den Rücktritt aller Anhänger der PP, die in den vorliegenden Dokumenten auftauchen und ein öffentliches Amt bekleiden“, heißt es in der Forderung. Pablo Gallego setzte sich das kühne Ziel, eine Million Unterschriften zu erreichen.  Die Petition traf genau den Nerv der aufgebrachten Spanier, und es dauerte nicht lange, bis der Zähler hochschnellte.  Allein in den ersten 24 Stunden unterstützten mehr als 300.000 Menschen die Forderung mit ihrer virtuellen Unterschrift, und bei Redaktionsschluss stand der Zähler bei knapp 850.000.

Rekord bei Change.org

Damit hat die Petition alle Rekorde von Change.org gebrochen. „Diese Petition ist die am schnellsten wachsende der Geschichte unserer Plattform“, erklärte Francisco Polo, ihr Direktor in Spanien. Bis zum Erscheinen dieser Zeitung dürfte die Million erreicht sein.




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