Halbe Million Euro für Website des Senats


Spanischer Entwickler baut eine identische Website zum Nulltarif nach

Der Relaunch der offiziellen Website des spanischen Senats (www.senado.es) löst Empörung aus, nachdem die Zeitung El País im November die Kosten in Höhe von 450.000 Euro veröffentlichte.

Madrid – Experten halten die Kosten für „völlig überzogen“ und kritisieren, die Investition sei vier Mal so hoch wie bei vergleichbaren Projekten.

Nicht zuletzt in Zeiten der Wirtschaftskrise, mit Einsparung allerorts, hat die Nachricht viel Entrüstung über den Umgang mit öffentlichen Geldern hervorgerufen. Durch die Neuentwicklung mehrerer Funktionen, die mit frei erhältlicher Software viel günstiger und schneller realisierbar gewesen wäre, seien die Kosten unnötig aufgebläht worden, sagen Experten.

„Mindestens die Hälfte hätte man mit Open Source-Applikationen einsparen können“, so etwa der bekannte Informatiker Lluc Cirici.

Zum Nulltarif nachgebaut

Um dies zu beweisen, hat ein spanischer Web-Ingenieur, von dem nur die Initialien E.G.H. bekannt wurden, im Alleingang und innerhalb von nur einer Woche eine identische Website nachgebaut, ohne einen Cent dafür auszugeben (www.senado.3a2.com). In der begleitenden Dokumentation, erklärt E.G.H., dass er, statt 250.000 Euro für Softwarelizenzen auszugeben, die entsprechenden Funktionen mit frei erhältlichen Open Source-Tools, etwa WordPress, identisch darstellen konnte.

E.G.H. wolle mit der Aktion keine Eigenwerbung machen, sondern unnötige Kosten in Projekten anprangern, bei denen er in der Vergangenheit mehrfach mitgewirkt habe.




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