Digitale Währung – Teil 2 – Blockchain


Die „Blockchain“ ist eine bahnbrechende digitale Technologie und wird unter anderem als die Revolution des Geldverkehrs gehandelt. Doch worum handelt es sich bei dieser ominösen und komplexen „Plattform“?

Zur Veranschaulichung können wir uns die Blockchain in Bezug auf digitale Währungen als eine Art Kassenbuch vorstellen, in welches sämtliche Geldeingänge und Geldausgänge verbucht werden. Das Besondere daran ist, dass das Kassenbuch nicht zentral von einem Einzelnen, sondern von einem unbegrenzt großen Netzwerk an Computern unveränderbar geführt und abgespeichert wird. Denn jeder Freiwillige, der sich dem Netzwerk anschließt, erhält automatisch eine 1:1 Kopie des vollständigen Kassenbuches mit sämtlichen Transaktionen, die jemals stattgefunden haben. Neue Transaktionen werden immer ans Ende des Kassenbuches in Form eines neuen Blockes angehängt (woher auch der Name „Blockchain“, engl. für „Blockkette“ stammt). Ein Block enthält dabei stets eine Prüfsumme (eine Art Quersumme) der vergangenen Blöcke, so dass dieser fälschungssicher ist. Einmal eingetragene Transaktionen können nicht mehr verändert werden und verbleiben für immer und für jeden einsehbar in dem Kassenbuch. Das Kassenbuch wächst somit also endlos.

Dabei sind sämtliche Transaktionen mehrfach vor Manipulation geschützt. Dazu setzt die Blockchain unter anderem auf mathematische Verschlüsselungstechnik, sogenannte Kryptografie (deshalb werden digitale Währungen auch «Kryptowährungen» genannt). Damit eine Transaktion gültig ist und ins „Kassenbuch“ eingetragen werden kann, muss diese vom gesamten Netzwerk verifiziert werden. Diese Verifizierung ist enorm aufwendig, sodass die hohen Energie- und Hardwarekosten einen Betrugsversuch komplett unwirtschaftlich machen würden.

Erschwerend hinzu kommt, dass man für eine erfolgreiche Manipulation der Blockchain mindestens 51 Prozent der Kopien ändern müsste. Abgesehen von der technisch unrealistischen Machbarkeit, eine solche Menge an Systemen gleichzeitig zu hacken, würde sich die Unwirtschaftlichkeit durch den Energieverbrauch ins Unermessliche steigern.

Aber der Geldtransfer ist nur eine der unzähligen Möglichkeiten der Technologie und war lediglich Ursprung der Idee. Vielmehr handelt es sich bei einer Blockchain um die grundlegende Infrastruktur, die für alle möglichen Zwecke genutzt werden kann. Stellen Sie sich die Blockchain als eine Art Straßennetzwerk vor, darauf können viele mögliche Typen, Größen und Marken von Fahrzeugen fahren. Bitcoin wäre in diesem Beispiel nur ein Auto von unzähligen. Auf Grundlage der Blockchain-Technologie lassen sich neuartige Applikationen oder gar komplett neue Ökosysteme entwickeln. Und da es auch nicht nur „die eine“ Blockchain gibt, sind die Möglichkeiten nahezu unbegrenzt.

Erste Staaten möchten bereits alle Grundbucheinträge in die Blockchain transferieren, um so Korruption und unrechtmäßige Enteignungen zu verhindern, schließlich kann jeder jemals getätigte Eintrag in einem Blockchain-Verzeichnis für immer nachvollzogen und nicht mehr verändert werden.  Die US-Technologiebörse Nasdaq hat mit „Linq“ bereits eine Blockchain-basierte Handelsplattform erschaffen. Und eine gewaltige Allianz aus global agierenden Unternehmen und Banken wie Microsoft, Intel, Samsung, BP, Thomson Reuters, Santander, UBS, Credit Suisse, J.P. Morgan usw. testen diverse Blockchain-Lösungen und setzten insbesondere auf eine neue und vielversprechende Blockchain namens „Ethereum“.

Fazit: Noch ist die Blockchain für die meisten Menschen nicht greifbar, und es braucht wohl noch einige neue Anwendungsgebiete aus dem realen Leben, bis die Technologie richtig verstanden wird. Das Potenzial dahinter ist zweifelsohne enorm und wird von einigen Brancheninsidern bereits mit der Erfindung des Internets verglichen. Denn mit der Blockchain werden Informationen zum Gemeingut und manipulationssicher, eine Kontrolle durch den Menschen oder zentrale Stellen ist nicht mehr erforderlich. Die Echtheit von Informationen kann ohne Mittelsmänner oder Beglaubigungen Dritter gewährleistet werden, zum Beispiel für den Wertpapierhandel ohne Banken oder Immobilienerwerb ohne Notar.

In der nächsten Ausgabe stellen wir Ihnen die wichtigsten Blockchain-basierten Währungen vor.

Hat’s Klick gemacht?
Duckling IT-Solutions
(Sacha Burlon)
www.duckling.es




Über Duckling IT Solutions

Wir sind ein IT-Unternehmen aus Leidenschaft - Unser Angebot umfasst IT-Consulting, Analyse und Planung von IT-Unternehmensarchitekturen, IT-Projektmanagement, Webdesign und Webdevelopment. Wir betreuen nationale und internationale Unternehmen aus den verschiedensten Branchen.
Abonnieren
Benachrichtige mich zu:
guest
0 Kommentare
Inline Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen