Digitale Kompetenz kommt im Klassenzimmer zu kurz


Schüler im Informatikunterricht. Foto: EFE

Eine gemeinsame Studie des Kanarischen Schulrates, der ULL und der ULPGC zeigt die Schwachpunkte auf

Kanarische Inseln – Digitale Kompetenz ist in der heutigen Gesellschaft von entscheidender Bedeutung für das Lernen, Arbeiten und die aktive Teilhabe an der Gesellschaft. Sie besteht in einer sicheren, aber auch kritischen Handhabung der digitalen Technologien, die zur Information, Kommunikation und Problemlösung in allen Lebensbereichen genutzt werden.

Der Kanarische Schulrat (CEC) hat gemeinsam mit den Universitäten von Las Palmas de Gran Canaria (ULPGC) und La Laguna (ULL) eine Studie zum Thema „Digitale Kompetenz in der kanarischen Schule“ herausgebracht. Darin wird herausgearbeitet, dass die Heranbildung dieser wichtigen Fähigkeit in den Schulen durch drei Faktoren empfindlich behindert wird: Zu langsame Internet-Verbindungen, die Überalterung der Geräte und einen Mangel an digitalen Ressourcen. Hinzu kommt die ungenügende Ausbildung der Lehrer in diesem Bereich, und zwar sowohl derer, die bereits im Schuldienst sind, als auch der Studierenden.

Die umfassende Studie analysiert nicht nur die Bildungspolitik bezüglich der Informations- und Kommunikations- technologien seit 1985 und den Übergang von Lehrbüchern zu digitalen Lehrmaterialien, sondern sie erfasst auch die Erfahrungen dreier Schulen in diesem Bereich: einer städtischen und einer ländlich gelegenen sowie einer Schule, die sich auf einer der kleineren Inseln befindet.

Der Präsident des Kanarischen Schulrates, Ramón Aciego de Mendoza, betonte bei der Präsentation der Studie insbesondere, dass man längst nicht mehr von „neuen Technologien und zukünftigen Herausforderungen“ sprechen könne, sondern dass es sich dabei mittlerweile um die Herausforderun- gen der Gegenwart handle.

Bücher seien weiterhin das meistgenutzte Lehrmaterial in den kanarischen Klassenzimmern. Die Nutzung einer durch digitale Medien unterstützten Pädagogik sei bei der Mehrheit der Lehrer noch nicht die Regel. Die Durchdringung der Grund- und weiterführenden Schulen mit Informationstechnologie liege auf den Kanaren unter der, die durchschnittlich in Spanien erreicht werde. Es habe zwar Fortschritte bei der digitalen Ausstattung der Schulen gegeben, diese bleiben jedoch gegenüber dem landesweiten Durchschnitt zurück. Dies gelte vor allem für Grundschulen und für öffentliche Schulen im Vergleich zu den privaten.

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