Anstieg der Cyberattacken


Spanien gehört zu den häufigsten Angriffszielen

Die spanische Behörde für Sicherheit in der Informationstechnik, die vom Innen- und dem Industrieministerium zur Bekämpfung von Cyber­attacken gegründet wurde, bearbeitete im vergangenen Jahr fast 18.000 Vorfälle dieser Art.

Darunter waren 63 Cyberattacken „mit möglicherweise schweren Folgen“, die sich gegen 34 Kraftwerke, 14 Transportunternehmen, sechs Kommunikationsunternehmen, vier Unternehmen der Atomkraftindustrie, drei Finanzimperien und zwei öffentliche Behörden richteten.

Im Oktober 2010 schlossen sich das Innen- und das Industrieministerium zusammen, um effektiver gegen Cyberattacken und Cyberterrorismus vorgehen zu können, zwei Verbrechensarten, die bei den Sicherheitsexperten große Besorgnis hervorrufen. „Die Cyberattacken nehmen ständig an Raffinesse und Schadensausmaß zu,“ so ein Experte des Innenministeriums. Zu den Hauptsorgen der Behörde für Sicherheit in der Informationstechnik gehören Angriffe auf sogenannte sensible Infrastrukturen wie Kraftwerke, Transportsysteme und Informatiknetze. 

Hauptsächlich, so erklärte die Behörde, würden die Hacker versuchen, eine Systemverweigerung herbeizuführen, ungenehmigt auf das System zuzugreifen, Malware zur Übernahme der Kontrolle zu installieren oder anhand von massiven Attacken das System lahmzulegen.

Der Spanische Nachrichtendienst hat im vergangenen Jahr 13.000 Vorfälle bearbeitet, die Behörde für Sicherheit in der Informationstechnik fast 18.000, darunter 6.785 unerlaubte Zugriffe, 4.274 Zugriffe mit betrügerischer Absicht und 1.745 Virus-Attacken.

Sie versetzte sich im vergangenen Jahr bei der Krönung Felipes VI., der Basketball-Weltmeisterschaft und bei dem in Valencia stattgefundenen Gerichtsverfahren gegen eine Gruppe von Greenpeace in Alarmbereitschaft. 

Zu den besonderen Vorfällen gehört der Raub von FTP-Konten, die den Zugang zu Privatdateien von 15 börsennotierten Unternehmen erlaubten. Aufsehenerregend auch die Cyberattacke gegen ein bedeutendes Unternehmen, um an dessen E-Mail-Adressen zu gelangen und nach der entsprechenden Manipulation die Adressaten zur Eingabe ihrer Zugangsdaten zu bewegen. Ein Energiekonzern konnte drei Stunden lang keinen Strom liefern, weil aufgrund massiver Attacken der Server überfordert war. 

Bereits im März hatte Außenminister José Manuel García-Margallo bekannt gegeben, dass Spanien mit über 70.000 Hacker-Angriffen jährlich den dritten Platz unter den weltweit bei Hackern beliebtesten Angriffszielen belegt, nur übertroffen von den USA und Großbritannien. 




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