Das große Kanarenrätsel

Persönlichkeiten, Orte, Ereignisse, Begriffe aus Geschichte, Kunst, Kultur, Wissenschaft, Kulinarik… Alles kann sich hier verbergen.

Die Lösung zu unserem Inselrätsel, Ausgabe 465, gibt es bereits am Kiosk in der aktuellen Ausgabe 466.

Das große Inselrätsel, Ausgabe 465

Ich trage nicht nur einen wohlklingenden Namen, ich bin auch in meinem doch recht hohen Alter von beinahe dreißig Jahren noch wohlgeformt. Und ich wurde angeblich mit dem Ziel errichtet, ein bisschen so auszusehen wie etwas, das es überall am Meer gab oder noch gibt, ich aber gar nicht sein soll, weil ich etwas völlig anderes sein will. Richtig, als mir mein Architekt das erzählte, habe ich es selbst auch nicht so richtig verstanden. Aber der Mann ist auch noch Maler und Designer und Verleger vom Festland und der wusste schon, was er tat.

Mein Namensgeber lebt leider nicht mehr, aber er hat mich noch erlebt – ob er mich allerdings jemals gesehen hat, weiß ich nicht genau. Eine Büste von ihm steht zumindest in mir und eine Skulptur draußen vor mir. Er war ein Künstler, einer der bedeutendsten des letzten Jahrhunderts, und auch ein Lehrer seiner Kunst, mit einer spanischen Mutter und einem Vater aus Österreich, deshalb auch sein interessanter Name.

In mir hier in Las Palmas de Gran Canaria können die Menschen, die zum Beispiel als Gäste, Besucherinnen, Teilnehmer, Ausstellerinnen und Wettkämpfer zu mir kommen, alles Mögliche tun, außer vielleicht schlafen und mit einem Linienflug nach Madrid starten. Sie dürfen auch durch ein größeres Fenster hinaus aufs Meer schauen, wenn sie in mir sind. Die Leute freuen sich, dass es mich gibt und ich so vielseitig bin, denn anderswo müssten gleich mehrere meiner Art nebeneinander erbaut werden, um die gleichen Möglichkeiten zu bieten, über die ich verfüge. Deshalb wurde ich auch im Beisein einer Prinzessin eröffnet, vor einigen Jahren um einiges erweitert und ein paar Jahre später noch einmal mit weiteren Möglichkeiten ergänzt.

Neben dem Fenster, wo bei anderen ein Schreibtisch oder ein Computer steht, wartet in mir so ein Gerät mit über zweieinhalbtausend Pfeifen, eines der größten auf unseren Inseln. Und ich habe Trennwände, mit denen ich einen Teil von mir in noch einmal mehrere Teile teilen kann, wenn es gewünscht wird …

Wer oder was bin ich?

(von JENS KLAUSNITZER)