Ausstellung „The North Atlantic Garbage Patch“ in Ingenio

Ingenio (Gran Canaria) zeigt die Ausstellung „The North Atlantic Garbage Patch“ des Künstlers Oliver Behrmann.

Die Ausstellung wird am 9. Januar im Kulturzentrum Federico García Lorca im Rahmen der vom Cabildo Gran Canaria geförderten Veranstaltungsreihe „Itineraria“ eröffnet.

Las Palmas de Gran Canaria, 7. Januar 2026. – Das Projekt des multidisziplinären Künstlers Oliver Behrmann (1973) „The North Atlantic Garbage Patch“ (Der Nordatlantische Müllstrudel) wird ab dem 9. Januar in der Sala Manolo Mherc des Kulturzentrums Federico García Lorca in der Gemeinde Ingenio ausgestellt. Die Ausstellung zeigt eine Reihe von Werken, in denen er seine Besorgnis über die Umweltkatastrophe, die uns umgibt, zum Ausdruck bringt.

Behrmann fotografiert kleine Plastikteile, die er an den Stränden der Kanarischen Inseln gefunden hat, mithilfe der Makrofotografie mit ultraviolettem Licht. Das Ergebnis sind spektakuläre Vergrößerungen der verborgenen Strukturen des Mikroplastiks, die die Spuren zeigen, die die Zeit auf seiner Reise der Fragmentierung durch den Ozean hinterlässt. Texturen und Formen, die mit bloßem Auge nicht zu erkennen sind, verwandeln sich, nachdem sie gegenüber ihrer ursprünglichen Größe um das Hundertfache vergrößert wurden, in Landschaften aus anderen Welten.

Über die Ausstellung

Die Ausstellung ist Teil des Projekts „Itineraria“, das vom Zentrum für Bildende Künste des Kulturministeriums der Inselregierung von Gran Canaria in den Gemeinden der Insel gefördert wird. Sie wird dieses Mal in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung von Ingenio organisiert und kann bis zum 21. Januar von Montag bis Freitag von 9:00 bis 14:00 Uhr in dem genannten Kulturzentrum besichtigt werden.

Ultraviolettes Licht fungiert als forensisches wissenschaftliches Werkzeug in diesem Projekt des Künstlers Oliver Behrmann, dessen künstlerische Wurzeln bis in die frühen 90er Jahre in Madrid als Skateboard-Fotograf zurückreichen, verbunden mit anderen Underground-Szenen dieser Zeit. Das Mikroplastik, das nach der heftigen Erosion durch die Wellen einer Autopsie unterzogen wurde, zeigt die Verkrustungen des Meereslebens, das es besiedelt hat: Die bereits versteinerten organischen Überreste leuchten fluoreszierend auf dunklen, verfallenen Strukturen, die an die archäologischen Überreste einer ausgestorbenen Zivilisation erinnern.

Über den Künstler Oliver Behrmann

Als Mitbegründer des audiovisuellen Kulturvereins El Sótano Analógico im Jahr 2020 widmet sich der Künstler seit 2021 der künstlerischen Forschung im experimentellen Videolabor Video Glitch Lab (VGL) in Las Palmas de Gran Canaria. Sein Werk konzentriert sich auf Performances, Aktionen und Installationen, in denen er häufig Schwarzlicht und multimediale Elemente einsetzt. Auf den ersten Blick wirken seine Werke fröhlich und farbenfroh, aber bei genauerer Betrachtung entdeckt der Betrachter die Katastrophe hinter der Ästhetik, wie beispielsweise in seiner Serie „The North Atlantic Garbage Patch“. Behrmann spielt mit der ironischen Interpretation tragischer Themen wie Katastrophen, Unfälle, Tod und aller Art von Ängsten.

Der Nordatlantische Müllstrudel (North Atlantic Garbage Patch) ist ein Gebiet mit Meeresmüll, das im Nordatlantik treibt und eine Meeresverschmutzung mit Plastikmaterial in ähnlicher Menge und Art aufweist wie der Große Pazifische Müllstrudel (Great Pacific Garbage Patch). Der Müllstrudel im Nordatlantik grenzt an die Kanarischen Inseln, an deren Küsten immer größere Mengen an Plastikmüll ankommen, von denen viele seit Jahrzehnten in diesem Strudel treiben und Tausende von Seemeilen zurückgelegt haben. [Cabildo de Gran Canaria]