Das MUNA treibt die erste Referenzsammlung von Kieselalgen der Kanarischen Inseln voran

20. Juli 2026. Das Museum für Naturkunde und Archäologie (MUNA) der Inselregierung von Teneriffa stellte auf dem „XVI European Diatom Meeting“ sein Projekt zur Schaffung der ersten Referenzsammlung von Kieselalgen der Kanarischen Inseln vor.

Die Kuratorin des Naturkundemuseums, Irene Cáceres Barrera, stellte die Initiative im Rahmen dieser Tagung vor, die als wichtigstes europäisches wissenschaftliches Treffen zur Erforschung dieser Algenart gilt und internationale Fachleute aus den Bereichen Taxonomie, Ökologie, Evolution und Molekularbiologie zusammenbringt.

Diatomeen sind mikroskopisch kleine Algen, die weltweit in Meeren, Flüssen und Seen vorkommen. Obwohl sie mit bloßem Auge nicht sichtbar sind, spielen sie eine grundlegende Rolle in aquatischen Ökosystemen. Sie produzieren einen sehr bedeutenden Teil des Sauerstoffs auf unserem Planeten, bilden die Grundlage zahlreicher Nahrungsketten und sind zudem ein hervorragender Indikator für den Erhaltungszustand der Gewässer. Ein besseres Verständnis dieser Algen ermöglicht es, die Funktionsweise aquatischer Ökosysteme nachzuvollziehen und Fortschritte bei deren Schutz zu erzielen.

Der Beigeordnete für Kultur, Museen und Sport der Inselregierung von Teneriffa, José Carlos Acha, erklärt: „Die Schaffung dieser Sammlung ist ein wichtiger Schritt, um die wissenschaftliche Forschung des MUNA weiter zu stärken, und gleichzeitig ein Naturerbe hervorhebt, das zwar von den meisten Menschen kaum wahrgenommen wird, aber für das Funktionieren unserer Ökosysteme von entscheidender Bedeutung ist“.

Für den Minister „festigt dieses Projekt die Stellung des Museums als Referenzzentrum für die Erforschung und den Erhalt der Biodiversität der Kanarischen Inseln, eröffnet gleichzeitig neue Möglichkeiten für internationale wissenschaftliche Zusammenarbeit und trägt dazu bei, Wissen über unser Naturerbe zu generieren“.

Das Projekt sieht den Aufbau einer wissenschaftlichen Sammlung vor, die lebende Kulturen, dauerhafte mikroskopische Präparate, mittels optischer und elektronenmikroskopischer Verfahren gewonnene Bilder, DNA-Proben sowie zugehörige genetische Informationen umfasst.

Diese Sammlung wird als Referenzarchiv dienen, um die auf den Kanarischen Inseln vorkommenden Kieselalgen zu identifizieren und zu untersuchen, neue Forschungen zu Biodiversität, Evolution und Taxonomie voranzutreiben sowie zur Erhaltung und Rückverfolgbarkeit dieses biologischen Erbes beizutragen.

Die Teilnahme des MUNA an dieser internationalen Tagung hat es zudem ermöglicht, diesen neuen Forschungsschwerpunkt bekannt zu machen, Kontakte zu Fachleuten und Referenzsammlungen anderer Länder zu knüpfen sowie Erfahrungen über Kultivierungsmethoden, morphologische Charakterisierung und molekulare Untersuchungen an Diatomeen auszutauschen.

Die Einrichtung dieser Sammlung stellt einen Fortschritt bei der Aufnahme von Mikroorganismen in die wissenschaftlichen Sammlungen des MUNA dar und wird dazu beitragen, dessen Rolle als Referenzinstitution für die Erforschung, Erhaltung und Vermittlung der Biodiversität der Kanarischen Inseln zu stärken, wodurch das Wissen über ein für das Leben essentielles Naturerbe gefördert wird, das der breiten Öffentlichkeit noch weitgehend unbekannt ist. [Cabildo de Tenerife]

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