Der kanarische Rettungsdienst (SUC), der dem Gesundheitsministerium der Regierung der Kanarischen Inseln untersteht, hat die Zusammenarbeit zwischen den Institutionen als zentralen Pfeiler der medizinischen Versorgung hervorgehoben, die die Rettungsdienste direkt am Kai leisten, wenn ein Boot mit Migranten an Bord nach einer mehrtägigen Überfahrt eintrifft.
Dies erklärte gestern die Regionaldirektorin des SUC, Noemí González, auf der vom Roten Kreuz im Hafen von Puerto de la Cruz auf Teneriffa organisierten kanarischen Fachtagung zur Erstversorgung von Migranten in Notfällen (PREPI).
Unter dem Titel „Kanarische Inseln: Wenn ein medizinischer Notfall 1.500 km entfernt beginnt“ erläuterte Noemí González die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Institutionen – von der Ortung der Boote über deren Ankunft an unseren Küsten bis die Gesundheitsdienste ihren Einsatz beenden und diese Menschen in die CATE (Zentren für die vorübergehende Betreuung von Ausländern) gebracht werden, da keine Institution dieses Phänomen allein bewältigen kann und die Reaktion stets gemeinsam erfolgen muss.
Die Regionaldirektorin nutzte das Treffen, um darauf hinzuweisen, dass „keine autonome Region mit einem Migrationsphänomen mit solchen geografischen Gegebenheiten konfrontiert ist“, da sich die Kanarischen Inseln als südliche Grenze Europas zum Ziel der tödlichsten Migrationsroute auf den Kontinent entwickelt haben.
Noemí González merkte an, dass „viele der Menschen, die wir betreuen, eine Situation überlebt haben, die objektiv als humanitäre Katastrophe angesehen werden kann. Viele Patienten kommen nicht nur mit körperlichen Problemen zu uns, sondern auch mit enormen psychischen Schäden, und manchmal ist die schwerwiegendste Erkrankung nicht die, die wir mit einem Messgerät diagnostizieren können“. Und sie fügte hinzu: „Unsere Aufgabe besteht nicht darin, uns zu fragen, wer dafür zuständig ist, sondern wie wir gemeinsam dafür sorgen können, dass niemand aufgrund des Ortes, an dem er an Land geht, oder der Einrichtung, die zuerst eintrifft, ohne Versorgung bleibt.“
Zudem hob er die Bedeutung der Hilfe hervor, die von allen medizinischen Einrichtungen direkt am Kai geleistet wird – die sich je nach Insel oder Ankunftshafen unterscheidet. Die Herausforderung für den kanarischen Rettungsdienst besteht darin, die Hilfe dorthin zu bringen, wo der Notfall eintritt, und eine gerechte Versorgung zu gewährleisten, denn „die geografische Lage darf nicht über die Qualität der Versorgung entscheiden“. [GSC Canarias]



