Auf der Plaza de San Gregorio findet „La Batalla de Don Carnal y Doña Cuaresma“ (Die Schlacht von Don Carnal und Doña Cuaresma) statt.
Telde, 10. März 2026. – An diesem Donnerstag schlägt der Kulturverein Salsipuedes auf der Plaza de San Gregorio vor, über die bestehenden populären Versionen über den Ursprung des Karnevals hinauszugehen und zu der literarischen Quelle zurückzukehren, die diese Symbolik inspiriert hat: die Episode „La batalla de Don Carnal y Doña Cuaresma“ (Die Schlacht von Don Carnal und Doña Cuaresma) aus dem Buch „El Libro del Buen Amor“ (Das Buch der guten Liebe), das im 14. Jahrhundert von Juan Ruiz, Erzpriester von Hita, geschrieben wurde. Die Veranstaltung, die im Rahmen des Programms des Karnevals von Telde 2026 unter dem Motto „Eine Welt der Fantasie: Mythen und Legenden“ stattfindet, beginnt um 20:00 Uhr und ist kostenlos zugänglich.
Der Kampf zwischen Don Carnal y Doña Cuaresma
Das Kollektiv stellt den verbalen Kampf zwischen den beiden Figuren und ihren Gefolgschaften nach und ahmt damit auch das bahnbrechende Werk des flämischen Malers Pieter Brueghel der Ältere aus dem Jahr 1559 nach, wobei es über die Symbolik hinausgeht und es wagt, die komplizierte Beziehung zwischen der heiligen Fastenzeit und der ihr vorausgehenden Karnevalszeit widerzuspiegeln.
Die Darstellung der Schlacht zwischen Don Carnal und Doña Cuaresma als Karnevalsakt ist keine gelehrte Laune: „Es ist eine bedeutungsvolle Geste, die die festliche Gegenwart mit ihren tiefsten kulturellen Wurzeln verbindet und unsere kollektive Identität bereichert“, betont Juan Martel, Stadtrat für Kultur, der diese Initiative vorangetrieben hat.
Ende des Karnevals und kulturelle Wurzeln
Auf den Kanarischen Inseln wird das Ende des Karnevals durch Rituale wie das Begräbnis der Sardine oder lokale Varianten symbolisiert, die den Sieg der Stille über den Lärm symbolisieren. „Die Inszenierung dieses Stücks ist eine Rückkehr zu den kulturellen Wurzeln, die diesen Bräuchen ihren Sinn geben“, fügt Martel hinzu.
Darüber hinaus spiegelt „La batalla de Don Carnal y Doña Cuaresma“ eine Spannung zwischen Gegensätzen wider, die ebenfalls unsere Identität prägt. Dieser Kontrast ist nicht nur symbolisch: Bis vor 1970 war er auf den Kanarischen Inseln sehr ausgeprägt. Auf der einen Seite stand ein Karneval voller Einfallsreichtum und Trotz, der sich mit geheimen Kostümen und satirischen Musikgruppen der Zensur Francos widersetzte. Auf der anderen Seite eine strenge Fastenzeit mit geschlossenen Kinos und Tanzlokalen, einem Leben, das sich auf die Kirchen konzentrierte, und „Sieben-Wort-Predigten“, die Stunden dauern konnten.
Dieses Stück zu inszenieren bedeutet, diesen historischen Kontrast wieder aufleben zu lassen und zu erklären, indem gezeigt wird, wie die kanarische Kultur es verstanden hat, festlich und fromm, rebellisch und traditionsbewusst zu sein. Es ist ein krönender Abschluss, der dem Karneval tiefe Bedeutung, symbolische Schönheit und authentische Emotionen verleiht und unseren historischen und kulturellen Reichtum würdigt.
Eine andere Inszenierung mit mittelalterlichem Charakter
Das Projekt von Salsipuedes schlägt eine andere, attraktive Inszenierung mit mittelalterlichem Charakter vor, um uns den Ursprüngen des Volksfestes im Einklang mit den ältesten Traditionen näherzubringen. „Mehr als hundert Schauspieler und Schauspielerinnen, zusammen mit der Murga Los Nietos de SaryManchez aus Telde, werden uns in eine Zeit versetzen, in der Vergangenheit und Gegenwart verschmelzen“, sagt Juan Martel und lädt gleichzeitig alle Bürger ein, dieses „Kunstwerk“ zu genießen. [Ayto. Telde]

