Entschädigung für Getreidebauern


Im Juli und August durften die Bauern an insgesamt 22 Tagen keine Mähdrescher einsetzen. Foto: Acete

Die Ernteeinbußen liegen bei 70% – nun verspricht die Inselverwaltung Hilfe

Teneriffa – Nach den erheblichen Ernteverlusten der Getreidebauern durch das Einsatzverbot von Maschinen wie Mähdreschern während des Hitzealarms im Juli und August (das Wochenblatt berichtete) hat das Cabildo von Teneriffa eine Entschädigung für die betroffenen Landwirte angekündigt.

Der Verband der Getreidebauern von Teneriffa (Asociación de Cereales de Tenerife, Acete) bestätigte vergangene Woche, dass 70% des auf der Insel angebauten Weizens nicht rechtzeitig geerntet werden konnte, was einem Ernteminus von 40.000 Kilo im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Zwischen dem 26. Juli und dem 27. August 2017 galt an insgesamt 22 Tagen wegen akuter Waldbrandgefahr ein Verbot für den Einsatz von Maschinen in der Landwirtschaft, weshalb viele Bauern Ernteverluste erlitten.

Unterstützung bekamen die Getreidebauern nicht nur von ihrem Verband, sondern teilweise auch von den Gemeinden. Die Stadtverwaltung von Los Realejos, in deren Gemeindegebiet (in Icod el Alto) viele Weizenfelder liegen, forderte von der Inselverwaltung Entschädigungen mit der Begründung, dass sämtliche Hinweise und Mahnungen der Bauern und des Getreideverbands überhört wurden und auch die von den Gemeinden angebotenen Maßnahmen zurückgewiesen wurden. Die Gemeinde Los Realejos hatte angesichts der Befürchtungen über die Auswirkungen des Cabildo-Verbots diesem angeboten, die Erntearbeiten durch Löscheinheiten zu überwachen, die im Notfall sofort handeln können. Das Cabildo lehnte dies jedoch ab.

Bei einem Treffen von Vertretern des Getreidebauernverbands mit Teneriffas Cabildo-Präsident Carlos Alonso und dem Leiter des Landwirtschaftsressorts, Jesús Morales, konnte Acete nun den Verantwortlichen der Inselverwaltung das Versprechen abringen, die betroffenen Bauern zu entschädigen. Immerhin 50% des Verlustes, der von Acete mit 24.000 Euro angegeben wird, soll den Getreidebauern ersetzt werden. Hierfür werden Mitarbeiter der Inselverwaltung jedes einzelne Feld besuchen und begutachten, um die Höhe der Entschädigungszahlung festzulegen.

Los Realejos’ Vizebürgermeister Adolfo González begrüßte dieses Entgegenkommen, ließ jedoch wissen, dass die Gemeinde die Abwicklung der Entschädigungszahlungen überwachen und sicherstellen werde, dass diese zügig erfolgen. Außerdem forderte er, dass das Cabildo Klarheit über die Zukunft für die Getreidebauern schafft und einen Vorgehensplan für kommende Jahre aufstellt. Man könne die Bauern nicht im Ungewissen lassen, sondern es müsse ein Vorgehensplan erstellt werden, um Klarheit zu schaffen, mahnte González.




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