Erste Fotos aus dem All


Fotos: INTA

Die ersten veröffentlichten Bilder von Spaniens Radarsatellit PAZ zeigen Teneriffa und Dubai

Teneriffa – Luftaufnahmen der Kanarischen Inseln sind keine Seltenheit, oft zeigen die Satellitenbilder den Archipel unter einem Sandschleier, der von der Sahara herüberweht, und vor einigen Jahren ging das Bild des Vulkanausbruchs vor der Küste von El Hierro um die Welt. Die Bilder stammen meist von NASA-Satelliten.

Jetzt wurde ein Bildausschnitt von Teneriffa mit dem Teide im Mittelpunkt veröffentlicht, der weniger wegen seines Inhaltes als vielmehr durch den Hintergrund seiner Entstehung an Bedeutung gewinnt.

Das Instituto Nacional de Técnica Aeroespacial (kurz INTA), das spanische Institut für Luft- und Raumfahrttechnik, hat Ende Mai die ersten von dem Radarsatelliten PAZ aufgenommenen Bilder aus 514 Kilometern Höhe veröffentlicht, zwei Stück an der Zahl. Auf Twitter lautete die Beschreibung der veröffentlichten Aufnahmen: „Erste Bilder des Satelliten PAZ! So sieht der #Teide aus dem All betrachtet aus und #Dubai mit seinen erstaunlichen künstlichen Inseln.“

Spaniens erster Erdbeobachtungssatellit

Das INTA hat gemeinsam mit dem Unternehmen Space X den Radarsatelliten PAZ am 22. Februar 2018 von dem Startgelände auf der Vandenberg Air Force Base in Kalifornien, USA aus ins All geschickt. Dies ist insofern ein Meilenstein, als es Spanien erstmals ermöglicht, unabhängig von Wetterbedingungen, Wolken und Tageslicht Radardaten aufzunehmen, die dann in Bilder der Erdoberfläche verwandelt werden. Die Nutzungsmöglichkeiten sind militärisch wie wissenschaftlich. Die Bilder können zur Überwachung des Seeverkehrs dienen und sogar kleinste Veränderungen der Geländestruktur als Vorzeichen eines Erdbebens registrieren.

Der spanische Satellitenbetreiber Hisdesat wurde vom Verteidigungsministerium im Jahr 2007 mit der Entwicklung eines Radarsystems zur Beobachtung der Erde beauftragt. 160 Millionen Euro wurden von Hisdesat in den Bau von PAZ investiert.

Der Radarsatellit ist in der Lage, täglich bis zu 100 Bilder zu liefern und dabei 300.000 Quadratkilometer Erdoberfläche abzudecken. Fünfeinhalb Jahre lang soll er die Erde umkreisen.




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