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Pressekonferenz des EAPN Canarias zum 10. Armutsreport Foto: EAPN Canarias

Pressekonferenz des EAPN Canarias zum 10. Armutsreport Foto: EAPN Canarias

35 % der kanarischen Bevölkerung lebt in Armut

Das Europäische Netz für den Kampf gegen Armut und soziale Ausgrenzung EAPN in seiner Sektion für die Kanarischen Inseln, EAPN Canarias, hat vor einigen Tagen in Las Palmas ihre 10. Ausgabe der Information über die Entwicklung der Armut von 2008 – 2019 vorgestellt.
Auf staatlicher Ebene liegt der Anteil der Bevölkerung, der von Armut und sozialem Abstieg betroffen ist, bei 25,3%. Das sind zwei von acht Personen, insgesamt 11,8 Millionen Menschen. Von 2014 bis 2016 war ein leichter Rückgang der Armutsrate zu verzeichnen, doch aktuell erhöhen sich die Zahlen wieder. Dieser erneute Anstieg der Armut stellt sich in den verschiedenen Regionen Spaniens sehr unterschiedlich dar. Dabei zeichnet sich eine klare Differenz zwischen den Autonomien im Norden und Süden Spaniens ab. In sieben Regionen liegen die Mittel, mit denen die Menschen überleben müssen, weit unter dem nationalen Durchschnitt. Dazu gehören auch die Kanarischen Inseln. Hier leben gemäß der Studie 35% der Bewohner in Armut und sozialer Ausgrenzung oder sind davon bedroht.
Obwohl sich die Statistik von 2019 gegenüber dem Vorjahr (2018) um einen Punkt verbessert hat, befinden sich die Kanaren am Ende der Liste an drittletzter Stelle, nur noch gefolgt von Andalusien und Extremadura, genau wie es im Jahr zuvor war. Die wirtschaftliche Erholung ist auch im vergangenen Jahr viel zu langsam vonstatten gegangen, und die Situation zur Bewältigung der derzeitigen, durch die Pandemie hervorgerufenen Notlage, ist äußerst schwierig.
„Wenn wir den Zeitraum von zehn Jahren bewerten, seitdem das Programm zur Bekämpfung von Armut und Ausgrenzung in der Europäischen Union durchgeführt wird, müssen wir zugeben, dass wir versagt haben“, heißt es in dem Bericht. „Spanien ist gescheitert, es ist uns nicht gelungen, die Armut auf den Stand von 2008 zu reduzieren, obwohl die Bedingungen günstig waren. Die soziale und wirtschaftliche Krise durch Corona wird mit Sicherheit die Kurve der Armut in aller Welt nach oben bewegen, und die Kanaren sind eine der Regionen, wo die Folgen besonders schwerwiegend sein werden“.
In Zahlen ausgedrückt, könn- ten hier mehr als 775.000 Personen von Armut und sozialem Abstieg bedroht sein, also jede zweite von sechs Personen. Um 28,5% bzw. 628.000 könnte sich die Zahl der Menschen erhöhen, die unter die Armutsgrenze fallen, weil sie von weniger als 641 Euro monatlich leben müssen, 11,2% der kanarischen Bevölkerung sogar mit lediglich 500 Euro. So ist fast ein Drittel der Bewohner der Kanaren Ende 2019 arm gewesen, hat EAPN Canarias errechnet.
Es gibt viele Fakten, welche die negativen Daten der Entwicklung begründen. Doch der Hauptgrund ist der hohe Prozentsatz der „strukturellen“ Arbeitslosigkeit, der niedrigen Zahl von arbeitenden Personen in den kanarischen Familien. 249.291 Menschen waren arbeitslos. Damit liegen die Kanaren auf dem vorletzten Platz, nur noch gefolgt von Andalusien, was die Zahl der Familienmitglieder betrifft, die keine Arbeitsstelle haben. Ende 2019 lag die Arbeitslosenrate bei 21,55% bzw. 225.900 Personen. Hinzu kommen jetzt alle die Menschen, die sich augenblicklich im sogenannten ERTE befinden, die also Kurzarbeitergeld beziehen und für die spätestens zum Jahresende eine Lösung gefunden werden muss, wenn sie für ihren Arbeitgeber nicht weiter arbeiten können.
Auch bezüglich des Durchschnittseinkommens nehmen die Kanaren mit 9.486 Euro, und damit 2.194 Euro unter dem nationalen Durchschnitt, einen hinteren Platz ein. Hier werden bekanntlich spanienweit die niedrigsten Löhne gezahlt.
Fazit: Die sogenannte „Strategie 2020“, die Armut in Spanien in zehn Jahren, also bis Ende 2020, zu reduzieren, ist komplett gescheitert. Das Land ist nicht annähernd dem gesteckten Ziel nähergekommen, dass am Ende der Aktion zwischen 1,4 und 1,5 Millionen weniger Menschen von Armut bedroht sein werden. Die ver- schiedenen Strategien des Schutzes und des Kampfes gegen die Armut waren unzureichend: Erhöhung des Bruttoinlandsproduktes, Schaffung neu- er Arbeitsplätze, Verbesserung des Erziehungswesens, um nur einige zu nennen.
Jetzt sind politische Maßnahmen angesagt, um das vor zehn Jahren gesteckte Ziel neu anzugehen, verlangen die Autoren der Studie.
Für unsere Aktion „Aus Geben wächst Segen“, die jetzt öfter denn je von Hilfsgruppen angesprochen wird, die um finanzielle Unterstützung bitten, haben wir eine Spende von Günter Steinbeiss aus Deutschland erhalten, für die wir uns ganz herzlich bedanken.

Spendenempfänger:

Hilfsstelle Sta. Luisa, La Laguna (10/19) € 1.000
Kinderabt. Clínica Candelaria (09/19) € 550
Servicio Social Adeje (12/09) € 2.500
Sozialer Speisesaal „Hijas de Caridad“, Santa Cruz de Tenerife (02/10, 05/10, 12/10, 07/11, 01/12, 12/12, 05/19) € 16.000
„Candelaria Solidaria“ (02/10) € 1.000
Kinder-Tageszentrum Padre Laraña, S/C de Tenerife (04/10, 11/10, 12/10, 04/11, 09/11, 01/12, 04/12, 12/12, 01/13, 03/13, 8/13, 01/14 , 03/14, 04/14, 12/14, 03/15, 07/15, 01/16, 2/17, 12/17, 01/19, 02/19, 12/19, 01/20, 03/20, 08/20) € 40.047
Caritas Puerto de la Cruz (06/10, 08/10, 01/11, 10/11) € 3.000
Sozialer Speisesaal „San Pío X“, Santa Cruz de Tenerife (09/10, 01/13) € 4.500
Caritas Teneriffa (03/11, 9/15) € 3.500
Sozialer Speisesaal „Casa de Acogida María Blanca“, Puerto de la Cruz (8/11, 01/12, 9/12, 12/12, 03/13, 12/13, 2/14, 03/14, 01/20, 02/20, 05/20, 09/20) € 16.430
Caritas Los Cristianos (02/12) Euro 2.000
Sozialer Speisesaal „San Vicente de Paúl“, La Laguna (05/12, 12/12, 2/14, 6/15, 12/15, 2/16, 9/17, 12/17, 6/18, 3/19, 6/19, 03/20, 08/20) € 28.000
4 Hilfsstellen der Caritas, in und um Puerto: „Virgen de los Dolores“, „San Juan de Padua“, „La Candelaria“ und „Peña de Fran­cia“ (01/12, 09/12, 12/12, 3/13, 06/13, 12/13, 3/14, 06/14, 6/15, 01/ 16, 07/16, 08/16, 11/16, 4/17, 6/17, 12/17, 3/18, 6/18, 8/ 18, 12/18, 3/19, 4/19, 7/19, 10/19, 12/19, 3/20, 05/20, 08/20) € 35.750
Kinder-Tageszentrum in La Vera (1/13, 8/13, 03/14, 04/14, 09/16, 6/17, 10/20) € 5.272,83
Caritas Los Potreros, Los Realejos (05/13, 9/13, 12/13, 10/14, 2/15) € 3.300
Caritas La Concepción, Los Realejos (10/14, 12/14, 11/15, 3/16, 7/16, 11/16, 12/16, 1/17, 3/17, 4/17, 4/17, 6/17, 10/17, 12/17, 01/19, 05/19, 11/19, 12/19, 01/20, 04/20, 05/20, 09/20) € 25.515
Caritas Gemeinde San Juan Bautista, La Orotava (mehrere Zahlungen 12/14) zus. € 3.775
Tagesstätte f. behinderte Kinder, CREVO, La Orotava (07/15, 01/16, 2/16, 12/16, 12/17, 1/18, 2/18, 12/18, 12/18, 01/19, 02/19, 11/19, 01/20) € 15.340
Hospital La Inmaculada, Puerto de la Cruz (12/15) Euro 2.000
Refugio Majorero, Fuertev. (02/16) € 250
Sozialer Speisesaal „Buena Estrella“, El Fraile, Arona (07/18) € 2.000
Baby-Bank, Puerto de la Cruz (02/19) € 500
Einladung zum Mitmachen
Die Idee ist ganz einfach: Sie spenden einen Einmalbetrag oder sagen zu, monatlich ein
Jahr lang, „Überwinterer“ vielleicht auch nur ein halbes Jahr lang, einen festen Betrag auf das Sonderkonto unserer Gemeinschaftsaktion „Aus Geben wächst Segen“ bei der Banco de Sabadell einzuzahlen. Der Bankdirektor Don Jordi Pastoret Aguilar führt dieses Konto für uns kos­tenlos.
Das Wochenblatt garantiert, dass jeder Cent von diesem Konto ohne Abzug Hilfsorganisationen auf Teneriffa zugute kommen wird. Von der Organisation, die Ihr Geld erhalten hat, bekommen Sie auf Wunsch eine Spendenbescheinigung. Als Vorbild für mögliche weitere Spender zur Nachahmung werden im Rahmen des „Spendenbarometers“ die Namen der Mitmachenden, sowie Höhe der Beträge in jeder Wochenblatt-Ausgabe veröffentlicht. Sie können sich dazu auch einen „Mitmachnamen“ ausdenken, unter dem Ihre Gabe genannt wird.
Spendenkonto
Bei der Banco Sabadell
In Spanien: 00810403340001185625
vom Ausland:
IBAN: ES1400810403340001185625
BIC: BSABESBBXX

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