Kinderarmut: Eine Herausforderung für Spanien


Javier Martos, Direktor von UNICEF Spanien. Foto: Unicef

Den Weltkindertag, der am 20. November begangen wurde, hat das Komitee von Unicef in Spanien zum Anlass genommen, um auf die Notlage hinzuweisen, in der viele Kinder und Jugendliche nach wie vor in Spanien leben müssen. „Jeder dritte Minderjährige in unserem Land ist sozial ausgegrenzt“, erklärte der Direktor des Kinderhilfswerks in Spanien, Javier Martos.

Am 20. November wird alljährlich der Tag gefeiert, an dem die Generalversammlung der Vereinten Nationen 1989 die Konvention über die Rechte des Kindes verabschiedet hat – für alle Verfechter des Rechts von Jugendlichen unter 18 Jahren ein geschichtliches Ereignis.

In einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur Efe erklärte Unicef-Direktor Martos, in den vergangenen Jahren habe es auch erfreuliche Meldungen gegeben, wie beispielsweise die Tatsache, dass sich die Überlebenschancen für Kinder in vielen Regionen der Welt, speziell in Lateinamerika, verbessert haben. So sei die Sterblichkeitsrate von Kindern unter fünf Jahren bedeutend zurückgegangen. Allerdings lebten 250 Millionen Kinder in Regionen in denen bewaffnete Konflikte stattfinden wie Syrien, Irak, Nigeria, im Süd-Sudan oder der Zentralafrikanischen Republik.

In Spanien sei das Hauptproblem der Kinder und Jugendlichen ihre soziale Situation. Jedes dritte Kind lebe in relativer Armut. „Wir von Unicef sind der Meinung, dass wir unsere gesamte Energie darauf verwenden müssen, dieses Problem anzugehen, denn es ist ein Problem der Gegenwart und der Zukunft, nicht nur für die Kinder, sondern für die gesamte spanische Gesellschaft“, sagte er wörtlich.

Im Rahmen des Weltkindertages hat die „Plattform der Kindheit“, der mehr als sechzig Institutionen angehören, die Regierung von Mariano Rajoy aufgefordert, fünf Sofortmaßnahmen gegen die Situation ein- zuleiten, in der viele Kinder in Spanien leben müssen. „Durch die Regierungskrise haben wir fast ein ganzes Jahr verloren und die wichtigsten Probleme der Kinder fanden in der politischen Agenda keinen Platz“, erklärte der Präsident der Plattform, Adolfo Lacuesta. „Diese Umstände haben die Verabschiedung einer neuen Sozialpolitik blockiert und die Lebensumstände der Kinder und ihrer Familien weiter verschlechtert“, unterstrich er an anderer Stelle.

Die „Plattform der Kindheit“ wird demnächst einen institutionellen Terminkalender mit fünf Mindestverpflichtungen bei der neuen Ministerin für Gesundheit, Sozialwesen und Gleichheit, Dolors Montserrat, vorlegen, damit sie diesen bei der bevorstehenden Haushaltsdebatte berücksichtigt.

„Unser Hauptziel ist ein Staatspakt für die Kindheit der garantiert, dass kein Kind in Spanien trotz der Krise in einer Situation der Verletzbarkeit leben muss“. Zu den Forderungen gehört auch die Erhöhung des Etats für den Jugendschutz von 1,3% auf 2,4% des Bruttoinlandsproduktes, um nach und nach den EU-Durchschnitt zu erreichen. Auch die Erhöhung des Kindergeldes und die Schaffung eines Gesetzes, das Gewalt gegen Kinder verhindern und ihr Recht garantieren soll, damit sie in allem auch gehört werden, was sie betrifft, ist eine der fünf wichtigsten Forderungen.

Die Hilfe für benachteiligte Kinder ist für unsere Aktion „Aus Geben wächst Segen“ ebenfalls vordringlich. Seit Jahren unterstützen wir Kindertagesstätten wie Padre Laraña oder CREVO, wo schwerbehinderte Kinder betreut werden. Und da freut es uns ganz besonders, dass wir in den letzten beiden Wochen wieder großherzige Spenden erhalten haben. Auf unser Konto bei der Banco de Sabadell gingen Überweisungen von Arnulf und Maria Hickmann, Annette Becker und Jochen Simon ein. Der Pferdeschutzhof Amicab auf Fuerte- ventura spendete 50 Euro und ganz besonders haben wir uns über die Spende der Teidedrosseln gefreut. Heidrun Farthmann hatte die Gruppe von Frauen ins Leben gerufen, die sich jede Woche zum gemeinsamen Singen im Restaurant Safran in Santa Ursula treffen. Die Einnahmen, so hatte die „Gründerin“, die leider im vergangenen August verstorben ist, bestimmt, sollen der Wochen- blatt-Aktion „Aus Geben wächst Segen“ zugutekommen. Jetzt haben wir eine Überweisung in Höhe von 200 Euro von den Teidedrosseln und dem Restaurant Safran erhalten. Dafür ein ganz dickes Dankeschön. Auch bei unserer Patin Christina Heidbrook möchten wir uns herzlich bedanken.

Der ehemalige Inselpräsident Ricardo Melchior ist Schirmherr unserer Spendenaktion.
Der ehemalige Inselpräsident Ricardo Melchior ist Schirmherr unserer Spendenaktion.

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