„Feminisierung“ der Armut


Caya Suárez (re.), Organisationssekretärin der Caritas mit Bischof Francisco Cases (mi.) und Caritas-Direktor Gonzalo Marrero (li.) bei der Präsentation der Studie. Foto: Caritas

Soziale Ausgrenzung konzentriert sich auf Frauen, Obdachlose und Migranten

Dieser Satz ist der Tenor der achten Studie, welche die Stiftung Foessa und die Caritas in den vergangenen Wochen veröffentlicht haben. Dort werden die Kanaren als die Region mit den am meisten vom sozialem Abstieg bedrohten Personen, die als ausgegrenzt bezeichnet werden können, benannt. Das entspricht 15,78% (335.000) der Bevölkerung des Archipels.

Die Caritas der Provinz Las Palmas beschreibt in ihrem Jahresbericht die „Gesichter“ dieser extremen Armut: Sie betreute im vergangenen Jahr 7.159 Familien aus dieser Gruppe, was etwa 22.000 Personen entspricht. Auf den Kanaren nahmen insgesamt 37.000 Personen die Hilfe der Caritas in Anspruch.

Diese Zahlen lassen nach den Worten von Gonzalo Marrero, Direktor der Caritas der Diözese Las Palmas, mehrere Schlüsse zu, wie die „Kristallisierung“ der Armut auf den Inseln, wo der wirtschaftliche Aufschwung noch nicht zu den Familien vorgedrungen ist. Drei Gruppen von Personen, die der Hilfe der Institution bedurften, stechen aus den Daten der Studie ganz besonders hervor. Da stehen an erster Stelle die Frauen. Die „Feminisierung“ der Armut habe dazu geführt, dass alleinstehende Frauen, oft sogar mit Kindern, in Notbehausungen oder sogar auf der Straße leben. Auch die Zahl der Menschen, insbesondere Migranten aus Marokko oder zurückkehrende Angehörige aus Venezuela, die von der Caritas unterstützt werden, habe erheblich zugenommen. Diese Personengruppe werde sich auch in naher Zukunft nicht verringern, erklärte Marrero, und seine Institution arbeite an einem Plan, um diese Aufgabe anzugehen.

Caya Suárez, Organisationssekretärin der Caritas der Kanaren, wies darauf hin, dass sich speziell in Las Palmas die Armutssituation verschlimmert habe. Es handele sich dabei um eine ererbte Armut, die von den Eltern auf die Kinder übergehe. „Wie viele Generationen wird es wohl dauern, bis dieser Zustand überwunden ist?“, fragte sie ihre Zuhörer. Die Caritas der Kanaren verfügt über einen Etat von etwa 5,2 Millionen Euro jährlich. 54% stammen aus staatlichen Subventionen, der Rest aus „eigenen Mitteln“ wie Spenden etc. „Damit helfen wir denen, die es am nötigsten brauchen, die ganz unten sind“, erklärte der Sprecher der Caritas. „Aber leider können wir längst nicht alle erreichen“.

Nach der Meinung des Bischofs der Diözese Las Palmas, Francisco Cases, handelt es sich um ein Versagen der menschlichen Gesellschaft, die sich dem Individualismus hingegeben habe, für die Profit den höchsten Stellenwert hat. Die Caritas tue alles, was in ihren Kräften stehe. Sie sei eine Institution der Kirche, die sich um die Armen kümmere, eine Organisation der christlichen Nächstenliebe.

41 Familien konnte die Caritas von Las Palmas 2018 davor bewahren, dass sie auf der Straße leben mussten. „Das sind die, bei denen es uns gelang. Aber es gibt noch sehr viel mehr Fälle. Sie hatten an sämtliche offiziellen Stellen appelliert, aber keinerlei Hilfe erhalten, obwohl die meisten von ihnen mehrere Kinder hatten. 44,6% der von Caritas betreuten Fälle waren Familien mit Kindern“, erklärte Caya Suarez.

Im vergangenen Jahr hat die Caritas in der Provinz Las Palmas 1.324 Frauen betreut, welche der Prostitution auf der Straße nachgingen und als Opfer von Menschenhandel teilweise dazu gezwungen wurden. Diese Zahl ist bedeutend höher als im Vorjahr. „Wir wissen nicht, ob es mehr Opfer gibt, oder unsere Arbeit dazu geführt hat, dass mehr Frauen Vertrauen geschöpft und sich unseren Mitarbeitern angenähert haben“, so Caya Suárez. „Leider ist es eine traurige Realität, dass viele von ihnen in einem Zustand der Sklaverei leben – das Letzte vom Letzten, was einer Frau passieren kann“, erklärte die Generalsekretärin der Caritas der Kanaren am Ende ihres Berichtes.

An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Nora und Norbert und an Waltraud Weber die wieder Spenden auf unser Konto überwiesen haben.

 

Ein sinnvolles Geschenk

Hausfeste sind eine ideale Gelegenheit, gemeinsam Gutes zu tun. Man wird zu Geburtstagen und anderen Festlichkeiten eingeladen und weiß gar nicht mehr so recht, was man sich von seinen Gästen wünschen soll. Warum stellen Sie nicht eine Geschenkebox auf und wünschen sich eine Spende für die Aktion „Aus Geben wächst Segen“ – ein wirklich sinnvolles Geschenk. Einige unserer Leser haben so beachtliche Beträge zusammengebracht und waren stolz auf ihre großzügigen Gäste.

 

Spendenempfänger:

Servicio Social Adeje (12/09) Euro 2.500

Sozialer Speisesaal „Hijas de Caridad“, Santa Cruz de Tenerife (02/10, 05/10, 12/10, 07/11, 01/12, 12/12, 05/19) Euro 16.000

„Candelaria Solidaria“ (02/10) Euro 1.000

Kinder-Tageszentrum Padre Laraña, S/C de Tenerife (04/10, 11/10, 12/10, 04/11, 09/11, 01/12, 04/12, 12/12, 01/13, 03/13, 8/13, 01/14 Weihnachtsbescherung, 03/14, 04/14, 12/14, 03/15, 07/15, 01/16, 2/17, 12/17, 01/19,/ 02/19) Euro 35.737,67

Caritas Puerto de la Cruz (06/10, 08/10, 01/11, 10/11) Euro 3.000

Sozialer Speisesaal „San Pío X“, Santa Cruz de Tenerife (09/10, 01/13) Euro 4.500

Caritas Teneriffa (03/11, 9/15) Euro 3.500

Sozialer Speisesaal „Casa de Acogida María Blanca“, Puerto de la Cruz (8/11, 01/12, 9/12, 12/12, 03/13, 12/13, 2/14, 03/14) Euro 10.930

Caritas Los Cristianos (02/12) Euro 2.000

Sozialer Speisesaal „San Vicente de Paúl“, La Laguna (05/12, 12/12, 2/14, 6/15, 12/15, 2/16, 9/17, 12/17, 6/18, 3/19, 6/19) Euro 25.500

4 Hilfsstellen der Caritas, in und um Puerto: „Virgen de los Dolores“, „San Juan de Padua“, „La Candelaria“ und „Peña de Fran­cia“ (01/12, 09/12, 12/12, 3/13, 06/13, 12/13, 3/14, 06/14, 6/15, 01/16, 07/16, 08/16, 11/16, 4/17, 6/17, 12/17, 3/18, 6/18, 8/18, 12/18, 3/19, 4/19) zus. Euro 27.750

Kinder-Tageszentrum in La Vera (1/13, 8/13, 03/14, 04/14, 09/16, 6/17) Euro 4.972,83

Caritas Los Potreros, Los Realejos (05/13, 9/13, 12/13, 10/14, 2/15) Euro 3.300

Caritas La Concepción, Los Realejos (10/14, 12/14, 11/15, 3/16, 7/16, 11/16, 12/16, 1/17, 3/17, 4/17, 4/17, 6/17, 10/17, 12/17, 01/19, 05/19) Euro 17.510

Caritas Gemeinde San Juan Bautista, La Orotava (mehrere Zahlungen 12/14) zus. Euro 3.775

Tagesstätte für behinderte Kinder, CREVO, La Orotava (07/15, 01/16, 2/16, 12/16, 12/17, 1/18, 2/18, 12/18, 12/18, 01/19, 02/19) Euro 13.170

Hospital La Inmaculada, Puerto de la Cruz (12/15) Euro 2.000

Refugio Majorero, Fuertev. (02/16) Euro 250

Sozialer Speisesaal „Buena Estrella“, El Fraile, Arona (07/18) Euro 2.000

Baby-Bank, Puerto de la Cruz (02/19) Euro 500

 

Spendenkonto

Bei der Banco Sabadell

In Spanien:

00810403340001185625

vom Ausland:
IBAN: ES1400810403340001185625
BIC: BSABESBBXXX

 

Einladung zum Mitmachen

Die Idee ist ganz einfach: Sie spenden einen Einmalbetrag oder sagen zu, monatlich ein Jahr lang, „Überwinterer“ vielleicht auch nur ein halbes Jahr lang, einen festen Betrag auf das Sonderkonto unserer Gemeinschaftsaktion „Aus Geben wächst Segen“ bei der Banco de Sabadell einzuzahlen. Bankdirektor Don Emilio Bas Castells führt dieses Konto für uns kos­tenlos.

Das Wochenblatt garantiert, dass jeder Cent von diesem Konto ohne Abzug Hilfsorganisationen auf Teneriffa zugute kommen wird. Von der Organisation, die Ihr Geld erhalten hat, bekommen Sie auf Wunsch eine Spendenbescheinigung. Als Vorbild für mögliche weitere Spender zur Nachahmung werden im Rahmen des „Spendenbarometers“ die Namen der Mitmachenden, sowie Höhe der Beträge in jeder Wochenblatt-Ausgabe veröffentlicht. Sie können sich dazu auch einen „Mitmachnamen“ ausdenken, unter dem Ihre Gabe genannt wird.

Über Wochenblatt

Das Wochenblatt erscheint 14-tägig mit aktuellen Meldungen von den Kanaren und dem spanischen Festland. Das Wochenblatt gilt seit nunmehr 36 Jahren als unbestrittener Marktführer der deutschsprachigen Printmedien auf den Kanarischen Inseln.

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