25 Jahre im Dienst von obdachlosen und ausgegrenzten Personen


Die „Casa de Aco­gida María Blanca“, in Las Arenas, Puerto de la Cruz, versorgt Obdachlose seit einem Vierteljahrhundert mit Essen und Schlafplätzen. Die freiwilligen Helfer bemühen sich außerdem, sie dabei zu unterstützen, einen Weg in das normale Leben zurückzufinden. Foto: Moisés Pérez

Casa de Acogida María Blanca

Die „Casa de Aco­gida María Blanca“, in Las Arenas, Puerto de la Cruz, versorgt Obdachlose seit einem Vierteljahrhundert mit Essen und Schlafplätzen. Die freiwilligen Helfer bemühen sich außerdem, sie dabei zu unterstützen, einen Weg in das normale Leben zurückzufinden. Foto: Moisés Pérez

Eine Einrichtung, die seit vielen Jahren Menschen, die auf der Straße leben, die außerhalb der menschlichen Gesellschaften ihr Dasein fristen, nicht nur warmes Essen und ein Bett sondern auch eine helfende Hand bietet, um zurück in die Gemeinschaft zu finden, feiert ihr 25-jähriges Bestehen. Die Rede ist von der Casa de Acogida María Blanca, einer Obdachloseneinrichtung im Ortsteil Las Arenas von Puerto de la Cruz. „Niemand ohne Heim, niemand ohne soziale Rechte, niemand ohne Zuneigung und ohne Wärme“ lautet das Leitmotiv der Casa de Acogida.

María Blanca wurde 1994, also vor nunmehr 25 Jahren, auf Initiative der Caritasgruppen ins Leben gerufen, die den verschiedenen Kirchengemeinden des Orotavatals angehören und zu denen überwiegend freiwillige Helfer gehören.  Ihr Ziel war es schon damals, Im Norden der Insel Hilfe für Personen zu leisten, die schon sehr lange obdachlos und sozial ausgegrenzt sind, keinen Familienanschluss und auch sonst keine sozialen Bindungen mehr haben. Die nicht über die Mittel verfügen, eine Miete zu zahlen oder sich mit den Grundnahrungsmitteln, Medikamenten oder Hygieneartikeln zu versorgen. Personen,  die Gewohnheiten angenommen haben, welche ihrer Gesundheit schaden, die sich in den Alkohol oder in andere Suchtmittel flüchten, um den Realitäten des Lebens zu entfliehen.

Das kleine Gebäude in Las Arenas verfügt über 16 Schlafplätze und einen Speiseraum, in dem ein warmes Mittagessen ausgegeben wird, sowie über einen Gemeinschaftsraum. Eine ähnliche Einrichtung besteht übrigens im Ortsteil Guajara von Santa Cruz, die vor mehr als 30 Jahren für Santa Cruz und La Laguna geschaffen wurde.

María Blanca ist für die Menschen, die dort aufgenommen wurden, 24 Stunden täglich geöffnet. Betreuer sind von 8 bis 23 Uhr ansprechbar.

Neben einem Dach über dem Kopf, einem Bett und der Erfüllung der grundlegenden Bedürfnisse wie Essen und Hygiene, bietet das Heim Begleitung bei der Persönlichkeitsfindung und der sozialen Wie- dereingliederung, Beratung und Unterstützung bei der Suche nach einer Arbeitsmöglichkeit sowie einer Wohnmöglichkeit bzw. einer Wohnung. Es gibt Informationen über Fortbildungskurse, Freizeitaktivitäten und Sportmöglichkeiten, über Besuche von historisch-kulturellen Stätten, sowie Kurse zur Förderung der persönlichen Entwicklung und den Einstieg in den Arbeitsmarkt (Formulierung von Bewerbungsschreiben, Lebensläufen etc.) sowie Computerkurse.

Die Casas de acogida sind inselweit orientiert, was die Aufnahme von Personen angeht, auch wenn sich eine im Norden und die andere in der Zone Santa Cruz befindet. Aufgenommen werden obdachlose erwachsene Männer.

Das fünfundzwanzigjährige Bestehen der Casa der Acogida María Blanca wurde kürzlich mit einem feierlichen Gottesdienst in der San Agustin-Kirche von La Orotava begangen, bei dem neben einem Vertreter von Bischof Bernardo Àlvarez auch die Pfarrer der beteiligten Gemeinden, Vertreter der anliegenden Gemeindeverwaltungen sowie derzeitige, aber auch zahlreiche ehemalige freiwillige Helfer anwesend waren. Eine jugendliche Musikgruppe trug zur feierlichen Gestaltung des Gottesdienstes bei. Den Anwesenden ging der Bericht eines älteren Mannes besonders nahe, der vor Jahren nach einem Leben auf der Straße bei María Blanca „gelandet“ war und wieder ins normale Leben zurückfand. Heute kümmert er sich um Menschen, die, wie seinerzeit er, an den Alltagsproblemen gescheitert sind.

Der Name María Blanca stammt übrigens von einer Missionarin, die sich besonders für die Caritas in den Kirchengemeinden eingesetzt hat.

Um das Projekt weiterführen zu können, werden aktive Helfer gesucht, Personen und Unternehmen, die durch kleine Gesten – Mitgliedsbeiträge oder Spenden – dazu beitragen, das Leben derjenigen zu verbessern, die uns umgeben.

Aus unserer Spendenaktion „Aus Geben wächst Segen“ haben wir die Casa de Acogida María Blanca wiederholt unterstützt und ihr auch Spender vermittelt.

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