Rückblick: Ausgabe vom 3. Juli 1987


Foto: WB

Rabatte für Reisen zwischen den Inseln sind augenblicklich wieder ein aktuelles Thema, nachdem die Regierung einem kanarischen Parlamentsabgeordneten für seine Zustimmung zu ihrem Haushaltsplan zugesagt hatte, den sogenannten Residentenrabatt von 50 auf 75 % zu erhöhen. Schon vor dreißig Jahren waren diese Preisnachlässe für Flug- und Schiffsreisen ein Thema. Allerdings ging es damals hauptsächlich um die Verbindungen mit dem spanischen Festland, als Linienflüge benutzt werden mussten, die entsprechend teuer waren, denn Low Cost war damals noch ein unbekannter Begriff.

Spanische Staatsbürger, die auf den Kanaren ansässig waren, erhielten für ihre Reise auf das Festland einen Rabatt von 33 %. EU-Parlamentarier hatten sich damals dafür stark gemacht, diese Vergünstigung auch auf den Kanarischen Inseln oder den Balearen ansässigen ausländischen Residenten zugänglich zu machen. Europa-Kommissar Peter Sutherland hatte bei einem Treffen der europäischen Verkehrsminister darum gebeten, der Diskriminierung zwischen den ausländischen und den spanischen Residenten die auf den beiden Inselregionen Kanaren und Balearen ansässig sind, aufzuheben. Die spanische Regierung hatte zugesagt, den Sachverhalt zu prüfen und ein entsprechendes Gesetz auf den Weg zu bringen.

In unserer Ausgabe vom 3. Juli 1987 berichteten wir über die Anstrengungen der Brüsseler Behörden, auch für die auf den Kanarischen Inseln lebenden EU-Ausländer den Rabatt zu ermöglichen, der den Spaniern vom Festland gewährt wurde, die auf den Kanaren lebten und natürlich auch umgekehrt, Canarios, die dort studierten oder arbeiteten. Die Zugehörigkeit Spaniens zur Europäischen Gemeinschaft hatte seinerzeit eine Reihe von Chancen für ausländische Residenten auf den Kanaren eröffnet, die ihnen zuvor nicht zugänglich waren, wie diese Meldung zeigte.

Die Nachricht: Tarifermäßigungen für Linienflug- und Schiffsreisen für ausländische Residenten geplant

Spanien plant, die Preisermäßigungen, die spanische Residenten auf den Kanarischen Inseln oder den Balearen bei Linienflügen und Schiffsreisen zugestanden werden, künftig auch auf ausländische Residenten auszudehnen. Wie aus Luxemburg verlautet, sollen in absehbarer Zeit auch die auf den Inseln ansässigen Ausländer mit „Tarjeta Comunitaria“ in den Genuss dieser immerhin beachtlichen Tarifermäßigungen kommen.

Nach einer Eingabe des Europa-Kommissars Peter Sutherland, der im Rahmen eines Treffens der EU-Verkehrsminister einen entsprechenden Antrag vorlegte, erfolgte von der spanischen Regierung die Zusage, sich der Angelegenheit anzunehmen.

Der spanische Staat war von der Prämisse ausgegangen, dass er seinen Bürgern, die im weit entlegenen Staatsgebiet auf den Inseln wohnen und zwangsläufig mit Flugzeug oder Schiff reisen müssen, wenn sie ihr Vaterland besuchen wollen, die teuren Anreisekosten subventioniert. Für ausländische Staatsbürger, selbst wenn sie seit Jahren einen festen Wohnsitz auf den Inseln haben, galt diese Regelung bislang nicht, da diese Ausländer ja freiwillig ihren Wohnsitz auf den Inseln genommen haben.




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