Rückblick: Ausgabe vom 18. März 1988


Foto: WB

Hatten wir in unserer ersten Märzausgabe 1988 noch über ein schweres Unwetter mit starken Regenfällen und Schneefällen in den Bergen zu berichten, so war nur zwei Wochen später eine drohende Heuschreckenplage, die von Afrika aus die Kanaren bedrohte, unser Aufmacher. Insbesondere die Insel Fuerteventura, die sozusagen in der „Einflugschneise“ lag, wurde in Alarmbereitschaft versetzt. Ein Teil der auf den Inseln lagernden Insektenvertilgungsmittel wurde nach Fuerteventura gebracht, um für den Ernstfall gerüstet zu sein. Denn dort konnte nach den Berechnungen der Experten die Plage zuerst einfallen. Heuschreckenplagen, welche europäische Bürger nur aus der Bibel kennen, sind eine furchtbare Katastrophe, denn die Heuschrecke frisst sämtliches Grün weg, das ihr in den Weg kommt. Wo die Schwärme einfallen, wird der Himmel dunkel von den flirrenden Flügeln Billionen von Insekten, die eine Wüste zurücklassen. Sie kommen in großen Klumpen zusammengeballt, die auf dem Meer treiben. Wenn sie das Land erreichen, öffnet sich dieser und die Billionen Heuschrecken, die im Innern der Kugel überlebt haben, fallen in das Land ein. Das berichteten Augenzeugen, die sich noch an die letzte Plage erinnerten, die in den Fünfzigerjahren die Kanaren heimsuchte.

In unserer Ausgabe vom 18. März 1988 berichteten wir darüber, wie Marokko Algerien und vor allem Mauretanien beschuldigte, nicht genug gegen die Plage unternommen zu haben, die sich bereits im November gezeigt hatte, obwohl Spanien als erstes Land auf den Hilferuf reagierte und Mittel zur Bekämpfung schickte. Zwei mit Insektenvertilgungsmitteln und Fahrzeugen des Zivilschutzes beladene Hercules-Flugzeuge sowie vier Kleinflugzeuge waren auf den Weg gebracht worden.

Die Nachricht: Heuschreckenplage aus Afrika bedroht die Kanarischen Inseln

Auf den Kanarischen Inseln herrscht dieser Tage Heuschreckenalarm. An verschiedenen Stränden wurden bereits Exemplare gesichtet. Die Heuschreckenplage, die in der Gegend von Tindouf – zwischen Algerien und Marokko – Agadir und den mauretanischen Küsten eingefallen ist, bedroht auch den Kanarischen Archipel. Obwohl die Plage unter Kontrolle zu sein scheint – nicht zuletzt dadurch, dass der Wind gedreht hat – sind die zuständigen Stellen nach wie vor in Alarmbereitschaft. Die Wettervoraussagen für das kommende Wochenende kündigen an, dass der Wind erneut drehen und wiederum von Osten blasen wird, was den Heuschrecken den Weg zu den Inseln enorm erleichtern werde. Am vergangenen Wochenende wurde bereits die „Vorhut“ vor der kanarischen Küste entdeckt, am Sonntag waren die ersten Heuschrecken in Santa Cruz angekommen. Ebenso wurden Exemplare an mehreren Stränden gesichtet. Befragte Regierungsstellen erklärten übereinstimmend, die Gefahr, dass Heuschreckenschwärme einfallen könnten, sei dank der Vertilgungskampagne in Marokko nicht mehr akut, doch sei man auf jeden Fall darauf vorbereitet, eine Großaktion durchzuführen.

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