Rückblick: Ausgabe vom 1. Juli 1989


Die wichtigste Nachricht vor 30 Jahren

In den 80er-Jahren gab es auf den Kanaren eine wahre UFO-Hysterie. Immer wieder behaupteten Personen, in den Cañadas Raumschiffe mit Außerirdischen gesichtet zu haben. Es gab auf diesem Gebiet ausgemachte „Experten“, wie Francisco Padrón. Seine Artikel erschienen, mit Fotos und Skizzen versehen, regelmäßig in der Inselpresse. Da hat es auch niemanden gewundert, als der 25. Juni 1989 zum 42. Jahrestag der ersten UFO-Erscheinung ausgerufen wurde. Grund genug, um in der Nacht vom 24. auf den 25. Juni das Erscheinen eines UFOs anzukündigen, was mehr als 10.000 Canarios veranlasste, in die Berge zu fahren, um Augenzeuge des Spektakels zu sein. Neu an diesem Hype war jedoch, dass Radio Nacional de España in ganzseitigen Zeitungsanzeigen angekündigt hatte, in dieser Nacht würde etwas Außergewöhnliches geschehen. Abgesehen vom Erscheinen des oder der UFOs war geplant, dass die Menschenmenge durch kollektive Entspannungs- und Konzentrationsübungen dem Planeten „einen Schwung geballter Energie senden“ sollte. Radiosender hatten ihren Übertragungswagen aufgebaut, um das Ereignis live zu übertragen. Die UFOs blieben schließlich aus, dafür hatte die Polizei ein ungeheures Verkehrschaos zu bewältigen.

In unserer Ausgabe vom 1. Juli 1989 berichteten wir darüber, dass zu einer UFO-Wache in den Cañadas aufgerufen worden war, die unter dem Motto „Nacht des Kontaktes“ stand und als Gedenknacht bezeichnet wurde. Immerhin waren genau 42 Jahre vergangen, seitdem in den USA die erste fliegende Untertasse gesichtet worden war.

Die Nachricht: Tausende warteten in Las Cañadas auf UFOs

Schätzungsweise 10.000 Menschen sind in der Nacht vom 24. auf den 25. Juni in die Cañadas gefahren, um UFOs zu sehen. Wenn auch kein außergewöhnliches Phänomen eintrat und schon gar keine unbekannten Flugobjekte durch die sternklare Nacht angeflogen kamen, so waren die Organisatoren doch sehr zufrieden mit den Ergebnissen dieser Nacht, wo die Menschen in der Dunkelheit zusammengekommen waren und in Harmonie und Stille eine Nacht miteinander geteilt haben, den Blick zum Himmel gerichtet. Etwa 3.000 Autos waren am Fuß des Teide geparkt. Hunderte von Menschen waren auch in Bussen gekommen. Der Zivilschutz und die Guardia Civil hatten Beamte entsandt, die über Ruhe und Ordnung wachen sollten, jedoch nicht eingreifen mussten. Der Posten des Roten Kreuzes am Fuße des Berges musste lediglich ein paar Menschen behandeln, die einen Schwächeanfall erlitten. Allerdings hatte die Guardia Civil bereits gegen 22 Uhr die Straßen in die Cañadas gesperrt.

Francisco Padrón, Ufologie-Experte, wies später darauf hin, dass die Sichtung von UFOs nicht so wichtig gewesen sei. „Ob UFOs kommen oder nicht, kann man nie vorhersagen“. Wichtig sei gewesen, dass so viele Menschen friedlich zusammengekommen sind, um den Wesen vom anderen Stern eine Botschaft zu senden.

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