Rückblick

Rückblick 354

Rückblick 354

Die wichtigste Nachricht vor 30 Jahren

Zwischen Tierfreunden und einer Gruppe von kanarischen Tierschützern fand vor dreißig Jahren ein heftiger Kampf um die Verabschiedung eines Tierschutzgesetzes statt. Dieses war mehrfach am Widerstand des damaligen kanarischen Regierungschefs und seiner Parteifreunde gescheitert. Die weigerten sich, Veranstaltungen mit Tieren grundsätzlich zu verbieten, weil diese nach ihrer Ansicht zur kanarischen Tradition gehörten, wie der Hahnenkampf. Der Stierkampf war zu dieser Zeit mangels Interesse der Bürger bereits abgeschafft. In der Arena von Santa Cruz fanden Events, wie die Wahl der Karnevalskönigin oder Konzerte statt. Auch Hundekämpfe wurden verboten. Doch damit gaben sich die Tierschützer nicht zufrieden. Sie wollten für die Kanaren keine speziellen Verbote, sondern ein offizielles Gesetz, wie andere Regionen es bereits hatten. So gründete sich eine Aktionsgemeinschaft, der zahlreiche kanarische Naturfreunde angehörten, um ein Volksbegehren in das kanarische Parlament einzubringen.
In unserer Ausgabe vom 6. Juli 1990 berichteten wir darüber, dass die Initiative unter der Leitung des bekannten Botanikers und Naturschützers Wolfredo Wildpret eine Frist von drei Monaten hatte, um die erforderlichen Unterschriften für das Volksbegehren zu sammeln.

Die Nachricht:

Das Tierschutzgesetz wird erneut in das kanarische
Parlament eingebracht

Das Thema Tierschutz wird erneut im kanarischen Parlament diskutiert werden. Diesmal in Form eines Volksbegehrens, das von dem Ex-AIC-Abgeordneten Miguel Cabrera Pérez Camacho koordiniert wird. Der Abgeordnete, der den Unabhängigen der Kanaren AIC angehört, gab Mitte Mai seinen Parlamentssitz ab, weil er bei seinem Antrag für ein Tierschutzgesetz nicht die Unterstützung seiner Parteifreunde bekam. Die Aktionsgemeinschaft, der inzwischen zahlreiche Mitglieder der kanarischen Naturfreundegemeinschaft angehören, präsentierte im Register des Parlaments einen Antrag, der jetzt von der Kammer genehmigt werden muss. Dann stehen drei Monate zur Verfügung, um die Stimmen zusammenzubringen, die für die Eingabe erforderlich sind. Cabrera ist der Meinung, dass er weniger als einen Monat braucht, um 15.000 Unterschriften zu sammeln, da zahlreiche Personen seine Initiative unterstützen und sich in die Listen eintragen wollen. Bekanntlich hatte Präsident Lorenzo Olarte bei der Parlamentsdebatte, in der der Antrag Cabreras scheiterte, angekündigt, dass er einen eigenen Entwurf für ein Tierschutzgesetz einbringen werde. Von Cabrera wird das als Opportunismus bezeichnet. Der jetzt eingereichte Vorschlag enthält eine Präambel, die besagt, dass das kanarische Parlament als einziges in Spanien beschlossen hat, den Tierschutz nicht gesetzlich zu regeln. Obwohl alle Parteien den Tierschutz unterstützen wollen, scheiterte alles daran, dass alle Veranstaltungen mit Tieren, wie beispielsweise die Hahnenkämpfe, verboten werden sollten. Ihre Tradition, so meint Cabrera, kann kein ausreichender Grund sein, um ihre Existenz zu verteidigen.

Über Wochenblatt

Das Wochenblatt erscheint 14-tägig mit aktuellen Meldungen von den Kanaren und dem spanischen Festland. Das Wochenblatt gilt seit nunmehr 36 Jahren als unbestrittener Marktführer der deutschsprachigen Printmedien auf den Kanarischen Inseln.
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