Rückblick: Ausgabe vom 4. August 1989


Die wichtigste Nachricht vor 30 Jahren

Probleme mit der illegalen Einwanderung gab es hierzulande auch schon vor dreißig Jahren, auch wenn es sich seinerzeit um eine andere Größenordnung gehandelt hat. Die Summe von 25.000 illegal eingewanderten Personen wurde von der damaligen Regierung als bedeutend problematischer betrachtet, als beispielsweise der Terrorismus oder der Drogenhandel. Insbesondere nach der Aufhebung der Grenzen innerhalb der Europäischen Union hatte das spanische Innenministerium die Kontrollen speziell in Algeciras, Ceuta, Melilla und auch in Las Palmas verstärkt. EU-intern war im Zusammenhang mit dem Projekt der Grenzaufhebung das Misstrauen offensichtlich geworden,  mit dem die Grenzkontroll-Systeme in Spanien, Portugal, Griechenland und Italien betrachtet wurden, obwohl die wirkliche Grenze der EU ja das Mittelmeer ist. Das bedeutete, dass Spanien die Grenzen gegenüber den Staaten, die nicht der damaligen Europäischen Gemeinschaft angehörten, dichtmachen musste.

In unserer Ausgabe vom 4. August 1989 berichteten wir über die Auswirkungen, die auch unsere Insel betrafen, denn die Grenzpolizei richtete ihr Augenmerk ganz besonders auf die Sporthäfen, ein besonders beliebter Weg für die illegale Einwanderung.

Die Nachricht: 1988 sind 25.000 Ausländer illegal nach Spanien eingereist

25.000 Ausländer sind 1988 illegal nach Spanien eingereist, so informiert die Polizei. Diese Tatsache wird ausgerechnet zu einem Zeitpunkt bekannt, wo die mittel- und nordeuropäischen Staaten gegenüber den südeuropäischen Ländern das Argument ins Feld führen, dass die illegale Emigration das Hauptproblem in der Frage der Aufhebung der Grenzen ist. 1993 soll die Guardia Civil del Mar den Dienst aufnehmen, ein wichtiger Schritt in der Grenzkontrolle. Das Innenministerium baut derzeit zwei neue Internierungszentren, in Málaga und Barcelona, für ausgewiesene Ausländer. Derartige Zentren bestehen bereits in Madrid, Valencia, Saragossa und auf Gran Canaria. Das Problem, das sich für Spanien stellt, liegt am der enormen Zahl von Ausländern, die jährlich einreisen. Im vergangenen Jahr überschritten 111.752.629 Urlauber, aber auch Arbeiter und Personen auf der Durchreise, die spanischen Grenzen. Das spanische Innenministerium schätzt, dass 1988 rund 25.000 Personen auf diesem Wege illegal eingewandert sind. 245.729 Personen wurden an der Grenze abgewiesen. Die Polizei hat 3.744 Personen, die illegal geworden waren, verhaftet und ausgewiesen. Der Etat, der für 1989 vom Innenministerium für diese Zwecke zur Verfügung gestellt worden ist, etwa 22 Millionen Peseten, (ca. 1,3 Mio. Euro), ist bereits in den ersten sechs Monaten des Jahres aufgebraucht worden.




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