Rückblick

Rückblick_399

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Die wichtigste Nachricht vor 30 Jahren

Werbung ist für den Tourismus unverzichtbar, das war auch schon vor 30 Jahren der Fall, als sich die Kanarischen Inseln zu einer Größe im internationalen Tourismus entwickelten. Das, was heutzutage dank technischer Finessen in den sozialen Medien über die Urlaubsparadiese dieser Welt gezeigt werden kann, musste vor dreißig Jahres durch ausgefallene, pfiffige Ideen ersetzt werden, um auf ein bestimmtes Urlaubsziel aufmerksam zu machen. Miguel Zerolo, der damalige Tourismusminister der Kanarischen Inseln und spätere Bürgermeister von Santa Cruz, war mit seinen Werbeideen geradezu unübertrefflich. Treue Leser werden sich noch an das Werbeplakat erinnern, das er am Roten Platz in Moskau anbringen ließ, als dort der große Militäraufmarsch stattfand – mehr als 30 internationale Fernsehgesellschaften zeigten Bilder und brachten Kommentare. Danach wollte Zerolo erneut zeigen, dass sein Einfallsreichtum keine Grenze kannte und plante, eine russische Nuklear-Rakete als Friedensdenkmal auf den Kanaren aufzustellen.
In unserer Ausgabe vom 22. Mai 1992 berichteten wir über den geplanten Kauf einer russischen Rakete.

Die Nachricht:

Der kanarische Tourismusminister will für die Errichtung eines Friedensdenkmals auf Lanzarote eine russische Nuklear-Rakete kaufen

Der Ressortchef für Tourismus der Kanarenregierung, Miguel Zerolo, hat wieder eine originelle Idee. Zurzeit verhandelt er mit der russischen Regierung über den Ankauf einer riesigen Rakete – selbstverständlich ohne Atomsprengkopf, um sie auf Lanzarote als Friedensdenkmal aufzustellen. Das Denkmal soll von Cesár Manrique geschaffen werden und Worte des Friedens von dem kanarischen Schriftsteller Alberto Vázquez Figueroa eingraviert tragen. Der Transport der Rakete von Russland bis zu den Kanarischen Inseln soll nach Zerolos Plänen eine Art Wallfahrt für den Frieden sein. Die Rakete, auf der in großen Buchstaben das Wort „Canarias“ gemalt wird, soll auf einem Trailer quer durch Europa bis zum Hafen von Cádiz gebracht werden. In allen wichtigen Städten, durch welche die Friedensrakete gefahren wird, sollen pazifistische Veranstaltungen mit der Teilnahme prominenter Persönlichkeiten stattfinden.

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