Zweijährige an Meningokokkensepsis gestorben


In Teneriffas Apotheken war die Antibiotikaprophylaxe für Kinder nicht vorrätig

In Santa Cruz ist am 21. September ein zweijähriges Kind an der seltenen Krankheit Meningokokkensepsis gestorben. Das Mädchen war zunächst in einem Centro de Salud untersucht und nach der Diagnose umgehend in das Krankenhaus La Candelaria eingewiesen worden.

Dennoch vermochten es die Ärzte nicht, der kleinen Aroa F.H. das Leben zu retten.

Der Chef der Abteilung Epidemiologie des Krankenhauses La Candelaria, Domingo Núñez, erklärte, dass diese Infektionsart nur „sehr selten“ vorkommt. Im Laufe dieses Jahres seien auf den Kanaren 20 Fälle verzeichnet worden, wovon drei mit dem Tod der Patienten endeten. Zwei davon waren Kinder. Wie Domingo Núñez weiter erklärte, hatte das zweijährige Mädchen alle drei vorgeschriebenen Impfungen (im Alter von zwei, vier und 18 Monaten) erhalten, die  gegen Meningokokken Typ C schützen. Es werde daher davon ausgegangen, dass das Kind an dem Bakterientyp Meningokokken Typ B erkrankt ist, gegen den es bislang noch keine Impfung gibt.

Familienangehörige und Kinder sowie Betreuer der Kindertagesstätte, in die das Mädchen ging, erhielten eine Antibiotikaprophylaxe, um eine Ansteckung auszuschließen.

Dabei stellte die Verabreichung der Prophylaxe bei den Kleinkindern zunächst ein Problem dar, da keine Apotheke der Insel über das notwendige Präparat – Rifaldin – verfügte, sondern lediglich die Antibiotikaprophylaxe  für Erwachsene  – Rifampicin – vorrätig hatten. Ein vorbildlicher Apotheker arbeitete die ganze Nacht durch, um ein entsprechendes Präparat herzustellen, das den Kindern verabreicht wurde. Tags darauf trafen verschiedene Packungen Rifaldin auf Teneriffa ein, die von der Apothekerkooperative Las Palmas zur Verfügung gestellt wurden.

Seltene Krankheit

Die Meningokokkensepsis beginnt häufig wie ein banaler Virusinfekt. Es kommt zu sehr hohem Fieber und charakteristischerweise zu punktförmigen Hautblutungen. Da es im weiteren Verlauf unbehandelt sehr rasch, manchmal innerhalb von weniger als einer Stunde, zu lebensbedrohlichen Komplikationen kommt, ist bereits in diesem Stadium die sofortige Krankenhauseinweisung, eventuell direkt auf die Kinderintensivstation, erforderlich.

Bei raschem Therapiebeginn kann der Krankheitsprozess gestoppt werden. Schlägt eine Behandlung in diesem Stadium nicht an, kommt es im weiteren Verlauf unter anderem zu Kreislaufversagen, Blutdruckabfall, verminderter Durchblutung der Extremitäten, Gerinnungsstörung mit großflächigen Haut- und Schleimhautblutungen sowie Nebennierenblutungen. Diese seltene Erkrankung endet meist tödlich.




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