Zurück zu den Wurzeln


© MPP

Der Loro Parque kehrt mit seiner frisch renovierten Loro Show zu seinen Wurzeln zurück. Im Dezember dieses Jahres wird der als Papageienpark weltberühmt gewordene Tierpark in Puerto de la Cruz seinen 40. Geburtstag feiern.

Die Einweihung der neuen und modernen Anlage der Papageienshow erlangt dadurch eine besondere Bedeutung, denn schließlich waren die Papageien im Loro Parque einst die einzige, aber dafür umso größere Attraktion. Heute beherbergt der Loro Parque fast 4.000 Exemplare von 350 Arten und Unterarten und bildet damit schon lange die größte Papageiensammlung der Welt.

Am 19. April kamen etwa 400 geladene Gäste zur Einweihung der neuen Show, mit der der Loro Parque die Aufmerksamkeit wieder auf sein „Wappentier“ lenkt. Ehrengäste, die neben Herrn Wolfgang Kiessling Platz nahmen, waren Puertos Bürgermeister Marcos Brito und Pilar Parejo, die frühere Leiterin des Inseltouris­mus­amtes, die vor fünfzehn Jahren die zweite Umgestaltung der Loro Show eröffnete.

Das Innere des arabischen Palastes, in dem die Loro Show untergebracht ist, überrascht den Besucher insbesondere damit, dass es wie ein Wald unter freiem Himmel wirkt. Durch die neue Gestaltung und Multimedia-Effekte beeindruckt der Freiflug der Papageien, die über die Köpfe der Zuschauer geradezu hinwegbrausen, um dann brav bei ihren Trainern auf der Bühne zu landen, umso mehr. Unverändert staunenswert sind ihre Kunststücke und Fähigkeiten, die sie bei dieser Vorführung zeigen.

Loro Parque-Präsident Wolfgang Kiessling nutzte die Gelegenheit, um verschiedene Sonderveranstaltungen anlässlich des 40-jährigen Jubiläums anzukündigen, das am 17. Dezember mit einer großen „Fiesta“ gefeiert werden wird. Als weitere Neuheiten in diesem Jahr kündigte er die Eröffnung einer Reptilienausstellung verschiedener Ökosysteme sowie eines Geheges mit Riesen-Ameisenbären aus Südamerika. 

Arten- und Naturschutzbotschaft

Der „Loro“, also der Papagei, ist weiterhin das Symbol des Freizeitparks, dessen Eigentümer Wolfgang Kiessling seine Liebe zur Natur stets durch Nachhaltigkeit im Management ebenso wie durch ein großes Engagement im Tier- und Umweltschutz sowie in der Arterhaltung umgesetzt hat. Auch die neue Loro Show setzt den Akzent auf die Schönheit der Biodiversität unseres Planeten und die Notwendigkeit, diese zu schützen und zu erhalten. Besucher der Papageienshow erleben hier nicht nur eine einmalige Tiershow, bei der rund dreißig bunt gefiederte Vertreter verschiedenster Arten ihr Können zum Besten geben und sich frei fliegend von ihrer schönsten Seite zeigen. Die Vorstellung vermittelt auch eine Arten- und Naturschutzbotschaft, eine Art Warnsignal.

Bei der Eröffnung der neuen Loro Show wurde daran erinnert, dass jährlich über 13 Mio. Hektar tropische Wälder abgeholzt werden, die das Zuhause der Papageien in den tropischen Regionen der Erde bilden. Der Verlust tropischer Wälder hatte bereits das Aussterben zahlreicher Arten zur Folge, darunter auch Papageien.

Um die vom Aussterben bedrohten Arten zu erhalten, hat die Loro Parque Stiftung in der Vergangenheit über 12 Millionen US Dollar für verschiedenste Papageien-Projekte in allen fünf Kontinenten zur Verfügung gestellt. Eines der großen Erfolgsprojekte der Stiftung auf diesem Gebiet ist die Nachzucht des in der freien Natur seit dem Jahr 2000 ausgestorbenen Spix-Aras. Dieses Projekt ist allerdings nicht mit dem Zuchterfolg abgeschlossen, sondern sieht auch die Wiedereinführung der Vögel in ihren natürlichen Lebensraum vor, wofür eng mit den brasilianischen Behörden zusammengearbeitet wird.

»Mehr als eine Marke«

von Salvador García Llanos

Wolfgang Kiessling erzählt, am Tag der Eröffnung des Loro Parque, am 17. Dezember 1982, habe es dermaßen geregnet, dass nicht mehr als zehn Besucher kamen. Aber der Regen war ein gutes Zeichen. Ein Zeichen für Überfluss. Die Pläne, gemeinsam mit seinem Vater geschmiedet, nahmen einen Erfolgskurs, der mit der Zeit in einem florierenden Geschäft mündete. Die Idee war, auf einem Areal von 13.000 Quadratmetern einen exotischen Park anzulegen, mit Tieren, vor allem Papageien sowie der einen oder anderen Show. Es war ein absolutes Novum für Punta Brava, einen Ortsteil von Puerto de la Cruz, bis dahin nur bekannt durch sein altes Lazarett, die holprige Landstraße und die Mannschaft des kanarischen Ringkampfs „Lucha Canaria“.

So entstand der Loro Parque, der im Dezember sein vierzigjähriges Bestehen feiert, vier Jahrzehnte in ständiger Expansion. Erweiterungen, Innovationen, exotische Neuheiten mit dem Bemühen um Perfektion und vor allem mit Hingabe für eine gut gemachte Arbeit. Die viel bewunderte Vorführung der Papageien auf Rollschuhen oder Basketball spielend liegt lange zurück. Andere Attraktionen kamen hinzu, der Tierpark wuchs immer weiter. Es kamen die Delfine, Lorovision, das Orchideenhaus, die Tigerinsel, Planet Penguin beeindruckten die Besucher. Es erblühten ein arabischer Palast und ein Thai-Dorf, es kamen die Orcas… und alles mit einem Gespür für die exzellente Ausführung. Es ging nicht darum, Neues zu schaffen, nur um Weiteres hinzuzufügen, sondern darum, es richtig, es am besten zu machen.

Der Park verfügt heute über eine Sammlung von mehr als zweitausend Palmen aus aller Welt, gepflanzt auf einer Fläche von fast 140.000 Quadratmetern. Im Laufe seiner Geschichte konnte er mehr als vierzig Millionen Besucher begrüßen. Loro Parque ist alles – eine Marke, eine Attraktion, ein Muss für jeden Touristen und eine Quelle für jeden Einheimischen… Schlicht ein Juwel für Puerto de la Cruz. Zusammen mit der Anlage Lago Martiánez mit dem künstlichen See ist er eine der tragenden Säulen des Urlaubsortes.

Geschaffen für Naturgenießer,  zwischen dem Grün von Bananenplantagen und dem Blau des Atlantiks, bietet der Park Frische, Abenteuer, Vielfältigkeit, atemberaubende Attraktionen und einen Einblick in die herrliche Tier- und Pflanzenwelt. Mehr als genug für einen erlebnisreichen Tag.

Das alles ist Loro Parque, das Ergebnis von Beständigkeit, der Sensibilität, der nicht zu übertreffenden deutschen Beharrlichkeit von Wolfgang Kiessling, von seiner Frau Brigitte und seinen Kindern; auch von Antonio Caseras, seinem treuen Berater und Anwalt, der inzwischen verstorben ist. Von einem Mitarbeiter-Team, das mit Begeisterung gearbeitet hat, um das Imperium zu schaffen und auch heikle Situationen zu meistern, die nicht nur durch den Tierschutz, sondern auch durch den Betrieb dieser komplexen Einrichtungen an sich entstanden.

Der Loro Parque hat seine eigene, nach ihm benannte Allee und sein Logo leuchtet von den Schildern auf den Inselstraßen. Kiessling hat inzwischen sieben Papageien-Kongresse mit weltweiter Beteiligung veranstaltet. Er gründete eine Stiftung, die den Namen des Parks trägt, 1994 ins Leben gerufen, und die sich für die Erhaltung, den Schutz und die Nachzucht bedrohter Arten einsetzt – der beste Beweis für das Engagement dieses Parks für Natur und Umwelt. Kiessling ist Ehrenbürger der Stadt, eine mehr als verdiente Anerkennung, denn er hat an ihrer Entwicklung und Projektion durch seine bril­lante touristisch-kaufmännische Arbeit entscheidend mitgewirkt, aber auch durch seinen ganz persönlichen Einsatz – beim Sport, der „Lucha Canaria“ in seiner Nachbarschaft, bei den sozialen Einrichtungen und den lokalen Festen.

Während meiner Zeit als Bürgermeister (1999-2003) von Puerto de la Cruz konnte ich Kiessling in bedeutenden Momenten seiner Laufbahn begleiten. Die Einweihung von Planet Penguin und die Verleihung des Tourismuspreises „Príncipe Felipe“. Bei diesen beiden wichtigen Ereignissen konnte ich seine Freude teilen, die ohne Zweifel die Genugtuung dieser Momente übertraf. Ein Beweis für sein Bestreben, sich immer wieder selbst zu übertreffen und das die Arbeit derjenigen kennzeichnet, die jetzt dabei sind, ihr vierzigjähriges Jubiläum vorzubereiten – viel mehr als eine Marke, das ist Loro Parque in der Tat.




Über Wochenblatt

Das Wochenblatt erscheint 14-tägig mit aktuellen Meldungen von den Kanaren und dem spanischen Festland. Das Wochenblatt gilt seit nunmehr 36 Jahren als unbestrittener Marktführer der deutschsprachigen Printmedien auf den Kanarischen Inseln.