Zurück in die Freiheit


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Drei Unechte Karettschildkröten wieder ausgewildert

Am Strand von Abades bei Arico sahen kürzlich Schüler und Touristen zu, wie drei Meeresschildkröten in die Freiheit entlassen wurden.

Cabildo-Präsident Ricardo Melchior half einer der Schildkröten persönlich ins Wasser, denn immerhin ist auch die Inselverwaltung an der Stiftung Neotrópico beteiligt, die sich um die Pflege verletzt aufgefundener Wildtiere und auch Meeresbewohner wie die Schildkröten der Art Caretta Caretta kümmert.

Die meisten Meeresschildkröten, die bei der Stiftung über Monate gepflegt und aufgepäppelt werden, wurden durch den Eingriff des Menschen in ihren natürlichen Lebensraum verletzt. Sie wurden an Stränden gefunden oder gingen Fischern ins Netz. In der Pflegestation La Tahonilla im Norden Teneriffas werden sie zunächst medizinisch betreut und anschließend in Santa Cruz in speziellen Wasserbassins untergebracht. „Dort werden sie mit Fisch und Tintenfisch gefüttert, bis sie kräftig genug sind“, erklärt Stiftungspräsident Jaime Urioste.

Die Stiftung Neotrópico wildert jedes Jahr zwischen 30 und 40 Meeresschildkröten an der Inselküste aus. Als Teil ihrer Umwelterziehung nehmen an diesen Aktionen regelmäßig Schüler teil, die so mehr über die Meeresfauna erfahren.

Bedrohung durch Fischerei

Durch die Langleinenfischerei sterben im westlichen Mittelmeer jedes Jahr schätzungsweise 6.000 Unechte Karettschildkröten (Caretta Caretta). Die Sparkasse La Caixa und die Universität von Barcelona haben erstmals eine Studie über die Sterblichkeitsziffer dieser Meeresbewohner im Mittelmeer durchgeführt und festgestellt, dass die meisten Todesfälle auf die spanische Langleinenfischerei zurückzuführen sind. Aber auch die italienischen und marokkanischen Fischereiflotten mit anderen Fischereimethoden sind dem Ergebnis dieser Studie zufolge in erheblichem Maße für die hohe Mortalität mitverantwortlich. Die Studie verharmlost den Schaden der pelagischen Langleinenfischerei an der Meeresfauna, was allerdings durch die weiterhin hohen Beifangraten widerlegt wird. Die meisten Meeresschildkröten, die als Beifang verenden sterben an den Verletzungen durch die Haken.

Auch in kanarischen Gewässern sind die meisten Verletzungen von Meeresschildkröten mit der Fischerei verbunden.

Auf Fuerteventura läuft ein Arterhaltungsprogramm für die Unechte Karettschildkröte. An einem abgelegenen Strand wurden 200 Eier eingegraben, die fast alle befruchtet waren. Nach und nach werden die Schildkröten ausgewildert. Ziel ist, dass die Schildkröten später einmal zur Eiablage an den Ort ihrer Geburt zurückkehren und auf diese Weise die Zahl der in den kanarischen Gewässern lebenden Unechten Karettschildkröten erhöht wird. Das Programm ist eine Zusammenarbeit des Cabildos von Fuerteventura mit der Regierung der Kapverden.




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