Zeitung El Día als „rassistisch und ausländerfeindlich“ angeprangert


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Menschenrechtsorganisation erstattet Anzeige bei der Staatsanwaltschaft

Die Menschenrechtsorganisation Queda la Palabra hat in einem Bericht die Tageszeitung El Día als „rassistisch und ausländerfeindlich“ bezeichnet. Die Inhalte und Ausdrücke bei der Berichterstattung, insbesondere auch der Leitartikel und Aufmacher seien von rassistischen und ausländerfeindlichen Ausdrücken geprägt, heißt es in einer Mitteilung der Organisation.

Der Bericht wurde in Madrid von mehreren Immigrantenverbänden analysiert und mit Bestürzung und Empörung zur Kenntnis genommen. Zwar wird darin angemerkt, dass El Día nicht die einzige Zeitung ist, die abwertende Ausdrücke in Zusammenhang mit Informationen über afrikanische und lateinamerikanische Zuwanderer verwendet. Dennoch sei die rassistische Tendenz bei El Día bei weitem am ausgeprägtesten. Erwähnt werden in diesem Zusammenhang vor allem die Editoriale des Herausgebers und die Schlagzeilen. Dabei werden konkrete Beispiele angeführt. So lautete die Schlagzeile der El Día-Ausgabe vom 13. Januar 2007: „Ein weiteres Sklavenschiff vor den kanarischen Küsten mit 200 Afrikanern gesichtet“, und etwas weiter in dem Artikel hieß es gar: „die Ladung wurde auf hoher See auf einen anderen Fischkutter umgeladen“. In dem Bericht von Queda la Palabra wird darauf hingewiesen, dass die Bezeichung der Immigranten als „Ladung“ ziemlich respektlos sei.

Des Weiteren wird in dem Bericht die Falschmeldung vom 6. April 2006 erwähnt, die damals vom Regierungsdelegierten José Segura widerrufen wurde. Darin behauptete El Día, dass „Terroristen an Bord eines Sklavenschiffs vermutet werden“.

Darüber hinaus seien die Leitartikel des Herausgebers José Rodríguez Ramírez von ausländerfeindlichen und rassistischen Ausdrücken geprägt. Am 20. Mai 2006 lautete sein Kommentar zu der Politik des kanarischen Wirtschaftsministers in Afrika: „Er gefährdet den Wohlstand der überwiegenden Bevölkerung des Archipels, d.h. die weiße Bevölkerung europäischer Herkunft.“ Ein anderes Beispiel ist der Leitartikel vom 24. Mai 2006, in dem José Rodríguez Ramírez warnt: „Auf den Kanaren findet momentan eine Invasion von Afrikanern schwarzer Rasse statt – abgesehen von den Aids-Fällen oder anderen ansteckenden Krankheiten – die, wie alle Welt weiß, im Falle einer Vermischung über die weiße Rasse dominant ist.“

Die radikalen Äußerungen des El Día-Chefs Rodriguez Ramírez haben die Organisation Queda la Palabra dazu motiviert, eine Anzeige gegen die Zeitung bei der Staatsanwaltschaft in Santa Cruz zu erstatten. Eine zweite Anzeige folgte wenige Tage später, nachdem El Día zum großen Erstaunen der Menschenrechtsorganisation diese beschuldigte, Zeitungen der Nachbarinsel Gran Canaria zu unterstützen und die Kampagne gegen El Día nur zu führen, um dem Image Teneriffas zu schaden.

Der Herausgeber des El Día ist allgemein für seine hetzerischen und provozierenden Kommentare bekannt. Dabei spart er vor allem nicht bei der Kritik an der Nachbarinsel Gran Canaria und deren Hauptstadt Las Palmas. Unzählige Male hat er in teils seitenlangen Leitartikeln gefordert, dass der Insel das Adjektiv „Gran“ (groß) aberkannt wird und sie – nachdem schließlich Teneriffa die größte Insel des Archipels ist – wieder in ihren von ihm in historischen Archiven nachgeforschten Namen „Canaria“ umgetauft wird.




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