Zedern-Wacholder am Teide: ältester Baum Europas

Der älteste Baum Europas ist ein Zedern-Wacholder am Teide. Foto: Cab TF

Der älteste Baum Europas ist ein Zedern-Wacholder am Teide. Foto: Cab TF

Mit 1.481 Jahren übersteigt sein Alter das des bisher als ältester Baum in Europa bekannten „Adonis“ in Griechenland

Teneriffa – Forscher haben auf Teneriffa ein Exemplar des langlebigen Zedern-Wacholders (Juniperus cedrus) untersucht und dessen Alter auf weit über 1.000 Jahre geschätzt. Mit der sogenannten C14 Methode, der Radiokohlenstoffdatierung, die zur Altersbestimmung kohlenstoffhaltiger Materialien genutzt wird, stellten die Wissenschaftler fest, dass das untersuchte Exemplar im Teide-Nationalpark 1.481 Jahre alt und damit der älteste Baum in Europa ist. Bisher galt eine Kiefer in Griechenland, die „Adonis“ getauft wurde, als ältester Baum Europas.

Die Studie wurde von Wissenschaftlern des Zentrums für nachhaltige Forstwirtschaft der Uni Valladolid (Instituto Universitario de Gestión Forestal Sostenible de la Universidad de Valladolid, iuFOR) gemeinsam mit Kollegen der Universität Rey Juan Carlos und des Teide-Nationalparks durchgeführt und in der Fachpublikation Ecology der Ecological Society of America veröffentlicht.

„Vor zwei Jahren wurde im Parque Nacional del Teide ein Zedern-Wacholder zum ältesten Baum in diesem Gebiet erklärt, doch diese neue Studie beweist, dass es noch ältere Exemplare gibt“, erklärte die Leiterin von Teneriffas Umweltamt, Isabel García. Tatsächlich hatte das methusalemische Alter – mittlerweile vermutlich 1.120 Jahre – des als „el patriarca“ (der Patriarch) bekannten Zedern-Wacholders in einem versteckten Gebiet des Nationalparks bereits für Furore gesorgt. Nun wurde belegt, dass es noch ältere Exemplare gibt.

Foto: Cabildo de Tenerife

Der Zedern-Wacholder Juniperus cedrus ist ein Endemismus von Makaronesien und kommt auf den Inseln Teneriffa, La Palma, La Gomera, Gran Canaria und Madeira (in der Unterart madriensis) vor. Es handelt sich um eine äußerst langlebige Art, die sich mit ihren Wurzeln oft an Vulkanfelsen klammert. Für die Untersuchung des wohl 1.481 Jahre alten Exemplars im Teide-Nationalpark waren erfahrene Kletterer unterwegs, denn der Baum hängt buchstäblich an einem steil aufragenden Felsen, was vermutlich auch zu seinem Schutz und dem dadurch erreichten hohen Alter beigetragen hat. Wo genau der uralte Baum sich befindet, wurde nicht verraten. Wer den anderen „Baumgreis“, den Patriarchen, bewundern möchte, findet diesen in der Nähe des Parkplatzes Minas de San José. Er ist allerdings von der Straße aus nicht zu sehen, und es führt auch kein ausgeschilderter Fußweg zu ihm. Er steht, von Felsen geschützt und einer Natursteinmauer umschlossen, auf dem ersten Rücken des „Montaña Rajada“.

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