Wieder Streit um marine Fischzüchtungen in Arona


© Moisés Pérez

Bis zu 24 neue Käfige sollen vor Las Galletas genehmigt werden

Bereits vor zwei Jahren sorgte die mögliche Genehmigung neuer Fischzuchtanlagen im Süden Teneriffas vonseiten des kanarischen Landwirtschaftsministeriums für Polemik. Damals lehnte sich die Gemeinde Arona – mit Bürgermeister José Alberto González Reverón an der Spitze – erfolgreich gegen die Einrichtung von Fischzuchtkäfigen auf. Doch jetzt scheint der Kampf in eine neue Runde zu gehen.

Die Landwirtschaftsbehörde hat über das Amtsblatt die Bedingungen für die Ausschreibung des öffentlichen Wettbewerbs veröffentlicht, durch den bis zu drei neue Fischzuchtanlagen mit jeweils acht Käfigen an der Küste von Las Galletas genehmigt werden sollen. Die Käfige mit einem Durchmesser von 25 m und einem Tiefgang von 10 m würden für die Mast der üblichen Zuchtfische, Doraden (Goldbrassen) und Wolfsbarsch, zur Verfügung stehen. Die maximale Jahresproduktion jeder dieser drei Anlagen soll bei 800 Tonnen Fisch liegen.

Der Nachbarschaftsverband Vecinos Sol del Sur, der sich bereits vor zwei Jahren gegen die Installation der Fischmastanlagen aufgelehnt hatte, brachte seine Besorgnis über die Ankündigung im Amtsblatt zum Ausdruck. Verbandspräsident Alberto García kündigte eine außerordentliche Versammlung an, um über die weitere Vorgehensweise in dieser Angelegenheit zu beraten, und versicherte: „Wir haben das Kriegsbeil noch in der Hand!“ Nach jahrelangem erfolgreichem Kampf wollen sich die Mitglieder des Verbandes, die auch vom Bürgermeister unterstützt werden, nicht so leicht geschlagen geben. Mindestens 1.600 Unterschriften wurden als Zeugnis für die Ablehnung der Bevölkerung gegen diese Anlagen bereits gesammelt, und der Verband schließt eine öffentliche Demonstration nicht aus.

Bürgermeister Reverón will dem Verband in dieser Angelegenheit auf alle Fälle Rückendeckung geben und hat mitgeteilt, dass er sogar selbst dazu bereit wäre, zu einem Protestmarsch aufzurufen. Trotzdem hoffe er, so Reverón, dass die kanarische Regierung Vernunft beweist und rechtzeitig einlenkt. Vorerst, ergänzte er, sei ihm zumindest zugesichert worden, dass die Fischzuchtkäfige vor einem nicht bewohnten Küstenstreifen installiert werden.

Derzeit sind an der Küste Teneriffas marine Fischzüchtungen mit einem gesam-     ten Produktionsvolumen von knapp 3.300 Tonnen jährlich eingerichtet. Lediglich zwei Speisefischarten – Wolfsbarsch und Goldbrasse – werden in den verschiedenen Fischmasten für den Verzehr auf den Inseln und für den Export gezüchtet.




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