Wie erreicht man trotz niedriger Zinsen eine sichere und attraktive Rendite?


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Wochenblatt sprach mit dem renommierten Vermögensverwalter Johannes Führ:

Wochenblatt:  Bei den Banken bekommt man heute nur noch sehr magere Festgeldzinsen. Werden die Zinsen im 2010 wieder steigen ? Bekommen die Anleger bald wieder mehr für ihr Geld?

Johannes Führ: Solange der Leitzins der europäischen  Zentralbank um die 1% verharrt, können seriöse Banken ihren Kunden keine höheren Zinsen bieten, als sie selbst bezahlen müssen. Wann immer Banken also Festgeldzinsen anbieten, die höher als der EZB-Zins liegen, sollte man das lieber zweimal hinterfragen. Natürlich wünschen sich die Anleger höhere Zinsen. Es verwundert daher nicht, dass man in vielen Medien liest, dass die Zinsen wieder steigen müssten. Wir gehen jedoch davon aus, dass sich zwar die Geldzuteilungspraxis der EZB an die Banken verändern wird, der Zins aber um 1% für längere Zeit niedrig bleiben wird. In Japan, dem höchstverschuldeten Industrieland der Welt, erzwingt die hohe Staatsverschuldung einen Zins unter 1% und diese „Null-Zins-Phase“ hält dort nun schon seit über einem Jahrzehnt an. Das zeigt, wie lange die Phase dauern kann, in der man de facto keine Verzinsung mehr auf seine Anlagen bekommt.  

Wochenblatt:  Wenn man fast keine Zinsen mehr bekommt, soll man dann Aktien kaufen?

Johannes Führ: Aktien sind und bleiben spekulative Anlagen, die sich für diejenigen eignen, die über spekulatives Spielgeld verfügen und einen sehr langen Zeitraum einplanen können. Das zeigt der Blick zurück in aller Deutlichkeit : Während im Jahre 2008 die Aktien durchschnittlich zwischen 30% und 40% verloren, konnte man im Jahre 2009 zwischen 20% und 30% wieder dazu gewinnen. Das heißt, für viele Aktienspekulanten ist die Gesamtbilanz immer noch in den roten Zahlen. Kein Wunder: Auch der Weltaktienindex erwirtschaftete in den letzten 10 Jahren ein Negativergebnis von minus 25%. Hinzu kommt, dass man den richtigen Zeitpunkt zum Kaufen und Verkaufen treffen muss. Mit etwas Glück gelingt das hin und wieder. Aber meis­tens funktioniert das eben nicht.

Die Mehrheit der Anleger hat also mit Aktien mittelfris­tig kein besseres Ergebnis erzielen können, als mit sicheren Rentenpapieren möglich war.

Wochenblatt:  Aber festverzinsliche Wertpapiere bringen doch auch nur einen geringen Zins, der dann auch noch besteuert wird?

Johannes Führ: Alles der Reihe nach. Erst einmal ist es am Wichtigsten, kein Geld zu verlieren. Während bei Aktien fast nie der richtige Zeitpunkt für Kauf oder Verkauf gefunden wird, hat man dieses Problem bei festverzinslichen Wertpapieren eigentlich nicht. Man erhält den festgelegten Coupon als Zins und hat die Möglichkeit, weitere Wertsteigerungen aus Kursgewinnen zu erwirtschaften.

Wochenblatt: Also bekommt man bei festverzinslichen Wertpapieren einen Zins- und einen Kursgewinn – Wie soll das funktionieren?

Johannes Führ: Wenn jemand festverzinsliche Wert-papiere erwirbt, tritt er als Kreditgeber und nicht als Investor auf. Beim Geldverleihen kommt es immer darauf an, die Qualität des Schuldners, also die Veränderung der Bonität im Auge zu behalten. Heute müssen Banken, die Geld an Privatpersonen oder Unternehmen verleihen, die Richtlinien von BASEL II beachten. Auf einen einfachen Nenner gebracht bedeutet das, dass die Ausleihungen sich nach der Veränderung der Bonität des Schuldners richten. Verschlechtert sich die Bonität des Schuldners, dem man Geld geliehen hat, muss die Bank ihr Eigenkapital erhöhen. Das bedeutet: je schlechter die Bonität eines Schuldners wird, umso mehr muss die Bank das Eigenkapital erhöhen. Bei risikogefährdeten Schuldnern beträgt dann da die Eigenkapital­­­­erfordernis 100%. Wenn man weiß, dass die Banken durch ihre Politik der letzten Jahre nur noch ein dünnes Polster an Eigenkapital besitzen, versteht man, warum die Kreditvergabe an Industrieunternehmen immer mehr rückläufig sein muss. Deshalb besorgen sich die Unternehmen nun ihr Geld über Unternehmensanleihen direkt beim Anleger. Zwar müssen diese Unternehmen einen attraktiven Zins bieten, damit die Anleger diese Papiere kaufen; unter dem Strich aber ist es für sie immer noch billiger als sich das Geld über eine Bank zu besorgen.

Wochenblatt: Können Sie das an einem Beispiel erläutern?

Johannes Führ: Heute vor einem Jahr wollte und konnte keine Bank Daimler die notwendigen Milliarden leihen. Also musste Daimler rund 8% Zinsen und mehr für einen kurzen bis mittleren Zeitraum bieten, um Geld von privaten Anlegern zu bekommen. Im Januar 2009 platzierte Daimler eine Anleihe mit einem Coupon von 7,875%, Laufzeit 16.01.2014, die man unter 100, also mit einer Rendite von 8% zeichnen konnte. Heute sind die schlimmsten Auswüchse der Finanzkrise erst einmal vorüber und Daimler kann neues Geld für 4% Zinsen oder weniger aufnehmen. Von daher hat das Wertpapier, das man mit einer Rendite von 8% für die nächs­ten 4 Jahre eingekauft hat, natürlich einen höheren Wert. Deshalb steigt der Kurs. In diesem Fall ist der Kurs auf 116 gestiegen. Neben dem laufenden Zins von 8% hat man dadurch einen zusätzlichen Kursgewinn von 16%, der natürlich irgendwann realisiert werden muss.

Wochenblatt: Mit welchen Zinsen kann man denn für 2010 rechnen?

Johannes Führ: Das kommt darauf an, in welchen Bereich der festverzinslichen Wertpapiere man investiert: Tagesgeld bei einer seriösen Bank wird nicht mehr als rund 0,25% p.a. bringen. Festgelder mit längerer Laufzeit können auch knapp über 1% bringen. Staatsanleihen mit einem gu-ten Rating bringen bei 1 Jahr = 0,75%, bei 2 Jahren = 1,25% und bei 5 Jahren = 2,20%.  Pfandbriefe von Finanzinstituten bringen im Zwei-Jahresbereich 1,70% und bei 5 Jahren 2,80%.  Industrieanleihen mit Investmentgrade-Status bringen eine durchschnittliche Rendite zwischen 4 und 5% bei 4-5 jähriger Laufzeit. Das ist mehr als doppelt soviel wie bei Staatsanleihen.

Wochenblatt: Welche Industrieanleihen soll man denn kaufen?

Johannes Führ: Die Risiken sowohl bei Staats- als auch bei Industrieanleihen sind heute nicht mehr kalkulierbar.  Die Staaten Griechenland oder Lettland sind eigentlich pleite und trotzdem werden sie von den Ratingagenturen mit Investmentgrade ausgezeichnet. In der Vergangenheit mussten wir erleben, dass renommierte Unternehmen, wie zum Beispiel die SWISS-AIR, auch über Nacht pleite gehen können. Deshalb ist es das Gebot der Stunde, die Risiken so breit wie möglich zu verteilen. Wir diversifizieren in unseren Unternehmensanleihen-Fonds jeden Schuldner nur mit durchschnittlich 1%. Wenn ein Schuldner pleite macht, gibt es zwar eine um 1 Prozent niedrigere Verzinsung, der Anleger verliert aber kein Geld. Wir empfehlen deshalb dem Privatanleger, keine einzelnen Industrieanleihen zu kaufen, sondern einen Fonds mit einer Vielzahl unterschiedlicher Schuldner.

Wochenblatt: Welche Rendite kann der Anleger für 2010 erwarten?

Johannes Führ: Im Jahre 2009 konnten unsere Anleger mit dem JOHANNES FÜHR RENTEN WACHSTUM AMI Fonds (WKN : A0F5HA) 13,70 % Wertsteigerung erzielen. Im Jahre 2010 wird sie wohl nicht mehr so hoch ausfallen. Die Ausschüttungsrendite von rund 4,50% wird aber wohl auch im nächsten Jahr erreicht werden können.

Wochenblatt: Seit nunmehr 29 Jahren halten Sie im Februar einen Vortrag auf unserer Insel Teneriffa. Was wird sich 2010 ändern ?

Johannes Führ: Sie haben Recht, es ist wirklich eine lange Tradition, die wir auch weiterhin aufrechterhalten möchten. Auch im Jahre 2010 findet dieser Vortrag statt. Aber es gibt eine Änderung: Diesmal findet die Vortragsveranstaltung am Donnerstag, dem 11. Februar 2010 um 16.30 Uhr in der Bodega MONJE in El Sauzal statt. Es handelt sich um eine Vortragsveranstaltung nur für geladene Gäste.

Interessenten können sich jedoch bei der Johannes Führ Deutschland GmbH anmelden. Sie erhalten dann eine Einladungsbestätigung.

Wochenblatt: Herr Führ, vielen Dank für das Interview.

Weitere Informationen und die Anmeldung für die Vortragsveranstaltung erhalten Sie bei: Johannes Führ Deutschland, Friedensstrasse 6-10, D-60311, Frankfurt am Main

Tel. : 0049-69-271 36 80  * Fax : 0049-69-271 368 55

info@johannes-führ.de




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