Wer hilft Markus Baier?


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Die Leidensgeschichte eines jungen Deutschen nach einem schweren Motorradunfall auf Teneriffa

Markus Baier ist Ex-Polizist und hat vor über zehn Jahren der Heimat den Rücken gekehrt, um auf Teneriffa zu leben. Hier schätzt der 32-Jährige vor allem die Natur und das schöne Wetter. Zusammen mit seinen zwei Hunden und einer Katze lebt Markus glücklich in einem kleinen Studio in Palm-Mar und verdient sich sein Geld als Sporttrainer, Türsteher und auf dem Bau.

Das Glück nimmt jedoch eines schönen Sonntags ein jä­hes Ende. Es war am 14. Januar 2007, als er sich mit seinem Motorrad zu einem Ausflug über „seine“ Insel aufmachte. Bei bestem Motorradwetter, das auf Teneriffa keine Jahreszeiten kennt, will er auf seiner 750er Kawasaki die beliebte Strecke hoch in den Teide-Nationalpark fahren. Dort erhebt sich der frisch verschneite Teide aus dem Wolkenmeer, das er während der Fahrt weit unter sich lässt. Markus ist diese Strecke schon Dutzende Male gefahren und kennt jede Kurve genau – er genießt die Fahrt und ist glücklich.

Plötzlich tauchen drei kanarische Jagdhunde auf und kreuzen die Straße, Markus weicht den ersten zwei Hunden aus, erwischt den Dritten jedoch mit 70 km/h, es gibt einen gewaltigen Aufprall. Markus stürzt, überschlägt sich mehrfach und bleibt schwer verletzt liegen. Ein deutscher Tourist kommt vorbei, zufällig ist er Arzt. Doch viel kann er für den verunglückten Motorradfahrer nicht machen, zu schwer sind die Verletzungen. Es ist ein Glück, dass er überhaupt noch am Leben ist – allein die perfekte Ausrüstung mit Motorradanzug, Helm, Stiefeln und Handschuhen hat ihm das Leben gerettet. Die Rettungskräfte kommen und per Helikopter wird der junge Mann ins Krankenhaus eingeliefert. Es werden mehr als 50 Frakturen festgestellt, Verrenkungen und offene Brüche der Sprunggelenke, des rechten Unterarms, zehn Wirbelbrüche und Verletzungen  an der Wirbelsäule und im Gesicht. Kurzum, der athletische Markus ist in Sekunden zu einem körperlichen Wrack geworden.

Über vier Monate Leidensweg im Universitätskrankenhaus folgen. Die Ärzte versuchen in zwölf Operationen, ihn wieder zusammenzuflicken. Trotz der vielen Operationen erklären ihm die Ärzte jedoch, er werde nie wieder normal laufen können.

Als Markus entlassen wird beginnt das nächste Drama, denn keiner will für den Unfall und die Folgen verantwortlich sein. Zwar war der Jagdhund, der den Zusammenstoß nicht überlebte, vorschriftsmäßig registriert und versichert und per Chip konnte der Besitzer ausfindig gemacht werden, doch dieser hatte den Hund als vermisst gemeldet und der Richter stellte das Verfahren ein. Jetzt verklagt Markus das Cabildo, denn die Inselregierung ist für die Sicherheit der Straßen zuständig und jemand hätte den entlaufenen Hund einfangen oder zumindest vor der Gefahr warnen müssen. Doch die administrativen Hürden sind zahlreich, ein Ende ist noch lange nicht in Sicht.

Dabei benötigt Markus dringende Hilfe, seine finanziellen Reserven sind längst aufgebraucht und an eine Wiederaufnahme seiner früheren Tätigkeit als Sporttrainer und Türsteher ist nicht zu denken. Markus ist auf seine Freunde angewiesen und auf seine Vermieterin, die ihn seit dem Unfall kostenlos wohnen lässt. Von offizieller Seite bekommt er nach langem Kampf lediglich einen Lebensmittelgutschein über 60 Euro im Monat, einzulösen in einem der teuersten Supermärkte der Gegend.

Eine solidarische Organisation brachte ihm einmal Lebensmittel vorbei – die seit mehr als einem Jahr abgelaufen waren. Das deutsche Konsulat hat ihm angeboten, den Flug nach Deutschland zu übernehmen – dort könnte er Sozialhilfe beantragen. Doch Markus’ Heimat ist Teneriffa – zurück nach Deutschland will er nicht.

Währenddessen muss sich Markus selbst um seine Rehabilitation kümmern – statt dem sportlichen jungen Mann die Möglichkeit zu geben, seinen Körper wieder zu trainieren haben ihn die Ärzte ein Jahr lang mit einem Schmerzmittelcocktail unter Drogen gesetzt. Bis er die Medikamente absetzte und sein Rehabilitation selbst in die Hand nahm. Dabei ist er erfinderisch und mit bemerkenswerter Energie hat er es geschafft, mit seinen begrenzten Mitteln seinen zerstörten Körper zumindest teilweise wieder zu trainieren. Zum Ausgleich der vier Zentimeter Knochenmasse, die ihm an einem Bein fehlen hat er sich selber eine falsche Sohle an die Badeschlappen geklebt. Orthopädische Schuhe hat er nicht bekommen. Täglich kämpft er sich mit Hilfe eines Fahrrads zum nächsten Strand, um Bewegungsübungen im Wasser zu machen. Doch das kalte Wasser ist wenig hilfreich. Sein Gesundheitszustand erfordert warme Bäder in einem medizinischen Bad oder Spa, Massagen und verschiedene Reha-Maßnahmen.

An dieser Stelle möchten wir ansetzen und den Aufruf starten: Wer kann Markus helfen? Am hilfreichsten wären warme Bäder, Massagen oder Reha-Therapien. Aber auch Lebensmittel, Kleidung oder soziale Betreuung sind willkommen. Bitte senden Sie Ihre Hilfsangebote an die Redaktion – wir leiten sie an Markus weiter. Wochenblatt, Edf. Rincón del Puerto, Plaza del Charco, 38400 Puerto de la Cruz. Tel. 922 381 278 Fax 922 372 167 info@wochenblatt.es




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