Weltgrößte Solarkollektoren produzieren für 8 Cent statt 1 Euro


© LysPly SA

27 EU-Energieminister erhielten auf Konferenz am 30. Dezember in Brüssel Memorandum in Landessprache

Auch auf Teneriffa bewahrheitete sich zunächst wieder einmal, dass der Prophet im eigenen Lande nichts gilt: Bei den Inselbehörden blitzte der aus Tacoronte gebürtige Energiewissenschaftler Daniel González González ab. Das aber konnte den Entwickler und Inhaber weltweit patentierter Verfahren zur Nutzung von Sonnenenergie, die er in das kanarische Unternehmen Guradoor SL einbrachte, nicht bremsen.

Jahrzehnte internationaler Tätigkeit und Forschung in Energieunternehmen bildeten die Basis seines Erfindergeistes. Eine womöglich für unsere Energiegewinnung revolutionäre Solarstrom-Versuchsanlage wird jetzt von ihm und seinem Partner Jürgen Glaser in Betrieb genommen. Die von ihnen gegründete LysPly SA ist mit der Errichtung und dem Betrieb der Anlage beauftragt. Das spanische Industrieministerium steuert vier Mio. Euro Fördermittel bei. An der Montaña Pelada im Ortsteil El Médano von Granadilla de Abona werden jetzt die ersten drei Super-Solarkollektoren mit je mehr als 100.000 Schweißpunkten gefertigt und montiert. Mit 24 m, 28 m und 32 m Durchmesser sind sie in ihrer Art die größten der Welt, im Umfang annähernd vergleichbar der Kuppel des Petersdoms in Rom.

Die Suche der Kanarischen Inseln nach umweltfreundlichen, bezahlbaren Energiequellen könnte durch einen Sohn Teneriffas nun erstmals wirklich von Erfolg gekrönt sein. Die Unterschiede dieser neuen Technologie, basierend auf Patenten der Guradoor SL, zu anderen, bisher bekannten Sonnenenergie-Nutzungsverfahren sind unvergleichlich niedrige Herstellungskosten bei höchster Produktivität. Die damit erzielbaren Leis­tungen bzw. ein solcher Wirkungsgrad des Verfahrens waren bisher unvorstellbar. Nachfolgende Beschreibung und Vergleichszahlen belegen dies. Die erfolgreichen Laborversuchsergebnisse und Messungen wurden von Fachingenieuren als beglaubigten Gutachtern notariell bestätigt. Aufgrund dieser Ergebnisse wurde das Projekt bereits in den „I + D + i“ –  Internationaler Plan für wissenschaftliche Forschung, technologische Entwicklung und Innovation aufgenommen. So kann dieses Projekt, wie andere umweltfreundliche Projekte von Weltinteresse, bei Bündelung und Finanzierung des Kapitalbedarfs auf  Hilfe des „I + D + i“ rechnen.

Die Guradoor-Hochtemperaturtechnologie mit Energiespeicherung besteht  laut LysPly SA aus einem Sys­tem von Parabolspiegeln von 500, 600 und 800 Quadratmetern Fläche. Diese nehmen die sichtbare und unsichtbare solare Strahlung auf und wandeln sie in elektrische Energie um. Diese Energie geht in den Primärkreislauf ein, der über Rankine-Turbinen elektrischen Strom erzeugt. Dieser wird benutzt für die Elektrolyse des Wassers. Mit dem erzeugten Wasserstoff wird pulverisierte Kohle angereichert (synthetisches Gas). Das wiederum wird in einem Zyklon gereinigt und im Reaktor in einem katalytischen Prozess zu Methanol-Gas aufbereitet und über Kondensation zu Gas speicherfähig gelagert. Dieses Methanol ist eine Energiequelle der absolut sauberen Art.

Diese solare thermoelektrische Hochtemperaturtechnologie auf Guradoor-Patenten produziert pro Spiegel im Durchschnitt 4.000 Kw pro Tag. Hier ein kurzer Vergleich zu den bisher bekannten Technologien, die solare Energie als Rohstoff benutzen, über bebaute Fläche, Produktion und Kosten der Anlagen. (Die Angaben stammen von LsyPly SA.): Man geht primär davon aus, dass diese neue Technologie eine Grundfläche von 1.100 m2 pro Paraboloiden benötigt. Die Kosten pro Paraboloiden betragen derzeit 550.000 Euro einschließlich anteiliger Kosten der Anlagen und Installationen für Produktion und Speicherung der erzeugten Energie. Der Weltmarkt bietet derzeit vier verschiedene Technologien zur Erzeugung von elektrischer Energie: Fotovoltaik, Hohlrinnen-Technik, He­liostatischer Turm, Parabolspiegel-Technik. Laut LysPly SA ist die heute bekannteste Art der Sonnenenergienutzung – auch auf Teneriffa ­– die Fotovoltaik. Die Installationsdaten der Fotovoltaik-Anlage von Navarra (spanisches Festland) sind:

– Bebaute Fläche: 70.000 m2

– Produktionsleistung 1,9 Gw / Jahr

– Kosten: 11 Mio. Euro.

Auf der Versuchsanlage der LysPly SA von 70.000 m2 in El Médano können 63 Parabolspiegel der Guradoor-Hochtemperaturtechnik mit einer mittleren Leistung von 4.000 Kwh pro Tag installiert werden. Die Kosten betragen pro Parabolspiegel 550.000 Euro. Daraus ergeben sich folgende technische Daten:

– Bebaute Fläche: 70.000 m2

– Produktion: 91,98 Gw / Jahr

– Kosten: 34,65 Mio. Euro.

Die Resultate im direkten Vergleich laut LysPly SA: Die Produktivität erhöht sich im direkten Vergleich um 4.800 Prozent. Umgekehrt entspricht dieses einer Reduzierung um  93 Prozent im Kostenvergleich.

Die Schlussfolgerung aufgrund dieser Zahlen kann laut LysPly SA nur eine sein: Die thermoelektrische Produktion sauberer Energie durch dieses Unternehmen, basierend auf den Patenten von Guradoor SL, ist nach erfolgreichem Abschluss der Versuchsphase anderen Verfahren derzeit klar überlegen. Die Versuchsphase soll deutlich noch in der ersten Jahreshälfte 2009 abgeschlossen sein. Etliche ausländische Investoren, darunter auch ein großer Energieversorger mit Sitz in Deutschland, haben Interesse gezeigt, sich  auf Teneriffa an diesem Projekt zu beteiligen. Hierauf legt Daniel González González, Vater  dieser umwälzend neuen Technologie, als geborener Tinerfeño Wert: Die Inves­titionen sollen zunächst  hier getätigt werden. Es sind gute Investitionen ohne großes Risiko. Der unaufhaltsame Anstieg des Bedarfs an elektrischer Energie in unserer Gesellschaft und weltweit, trägt hierzu bei.

Mit der technischen Lösung der Energiespeicherung in Form von Methanol ist es möglich, Energie  aus der Sonne an jeden Ort der Welt zu transportieren. Sie kann dort verwendet werden, wo immer sie gebraucht wird. Einsetzbar im Haushalt, in der Industrie, im Automobilbereich sowie im Luft- und Schiffsverkehr. Eine zu Klima- und Umweltschutz tatsächlich entschlossene Gesellschaft könnte allein in der Sonne Spaniens problemlos zehntausend solcher Einheiten installieren und Zehntausende Arbeitsplätze damit schaffen. Die Betreiber der Guradoor-Hochtemperaturtechnik halten es schon heute für aussichtsreich, dass der FMI, der Fond für die Entwicklung Südostasiens und die Länder des CEE ihre unmittelbaren Kunden werden. Ebenso wie internationale Investmentfonds, die von Banken und Finanzgruppen verwaltet werden.

„Die von mir entwickelte Technologie kann dazu beitragen, den Verbrauch teurer fossiler Brennstoffe zuerst hier auf Teneriffa wesentlich einzuschränken. Viele Arbeitsplätze können hier geschaffen werden. Allgemein kann dadurch der sich abzeichnenden Klimakatastrophe zumindest etwas entgegengesetzt werden. Es muss verhindert werden, das Erbe unserer Kinder noch weiter zu kontaminieren. Dieses soll mein Beitrag dazu sein.“ So Daniel González González in seiner Rede. Der den EU-Ministern am 30. Dezember übermittelte Text ist auch in deutscher Sprache unter www.lysply.es abrufbar.

Hans Rueda




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