Wavenergy – Granadilla-Hafen soll saubere Energie erzeugen


Die EU hat ein Projekt genehmigt, das die Wellenkraft am zukünftigen Industrie- und Handelshafen zur Stromerzeugung nutzen soll

Die Europäischen Union hat Mitte Januar einem Projekt der Inserverwaltung von Teneriffa grünes Licht erteilt, demzufolge die Kraft der Wellen, die sich an der Mole des zukünftigen Industrie- und Handelshafens von Granadilla brechen werden, für die Erzeugung von sauberer Energie zu nutzen.

Es handelt sich dabei nach Aussagen des Inselbeauftragten für Institutionelle Beziehungen, Àngel Llanos, um ein Projekt, an dessen Ausarbeitung die Universität La Laguna, die Hafenbehörde von Santa Cruz de Tenerife, das Technologische Institut für erneuerbare Energien (Iter), die französische Ingenieursschule und das britische Unternehmen Wavegen mitgearbeitet haben.

Das Projekt läuft unter dem Namen Wavenergy und verfügt über ein Budget von 400.000 Euro. Etwas über die Hälfte davon wird Brüssel im Rahmen des EU-Programms für die Förderung zur Regionalentwicklung Interreg IIIB beisteuern. Die EU hat konkret 201.186 Euro bzw. 91,4% der Fördermittel genehmigt, die Teneriffas Cabildo für die Umsetzung des Projektes beantragt hatte. Eine absolute Seltenheit, denn normalerweise genehmigt Brüssel nur etwa 50% der beantragten Subventionen.

Teneriffas Cabildo wird seinerseits 16.500 Euro beissteuern, während die übrige Finanzierung von den sechs Unternehmen und Institutionen getragen wird, die an der Entwicklung des Projektes mitgewirkt haben.

Umstrittenes Hafenprojekt

Das Projekt zum Bau eines Industrie- und Handelshafens in Granadilla war von Beginn an insbesondere aus Umweltgründen äußerst umstritten. Selten hat ein Bauprojekt einen derartigen Widerstand bei der Bevölkerung hervorgerufen. Doch trotz der Schaffung verschiedener Widerstandsbewegungen und Bürgerinitiativen sowie mehrerer Demonstrationen, bei denen die Bürger zu Hunderttausenden auf die Straßen gegangenen sind, wurde das Projekt schließlich auch auf EU-Ebene abgesegnet.

Das Cabildo scheint nun alles daranzusetzen, das Image des Hafenprojektes durch Positivmeldungen reinzuwaschen.




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