Waffenruhe geschlossen


Streit zwischen Anwohnern und Karnevalisten in Santa Cruz vorerst beigelegt.

Dieses Jahr bleibt noch alles beim Alten. Der Straßenkarneval von Santa Cruz, sprich die nächtlichen Karnevalsveranstaltungen auf der Straße, werden wie gewohnt auf den verschiedenen Plätzen der Stadt (Plaza del Príncipe, Plaza de Europa, Alameda del Duque de Santa Elena, etc.) stattfinden.

Darüber haben sich kürzlich Vizebürgermeister Ángel Llanos und der Anwalt der Anwohner, Felipe Campos, geeinigt. Die Fehde zwischen dem Anwohnerverband, der seit Jahren versucht, das Fest in den Straßen zu unterbinden, und der Stadt ist somit – zumindest vorerst – beendet.

Man erinnere sich: Im vergangenen Jahr versuchten die lärmgeplagten Anwohner bei Gericht gar eine einstweilige Verfügung zu erwirken und bis kurz vor Beginn des Karnevals sah es ganz so aus, als würden die Veranstaltungen auf der Straße tatsächlich gestrichen, was eine Welle der Empörung unter den eingefleischten Karnevalisten sowie heftige Pro-teste auslöste. Das Gericht  wies den Antrag auf Verbot des Festes auf der Straße jedoch in letzter Minute zurück und befand, dass die Karnevalsveranstaltungen – mit eingeschränkter Lautstärke – auf der Straße stattfinden dürfen. Schließlich handelt es sich beim Karneval von Santa Cruz um ein Fest von „internationalem touristischem Interesse“.

Einverständnis unter verschiedenen Bedingungen

Doch nachdem die durchtanzten Nächte überstanden waren, meldete sich der Anwalt der hartnäckigen Anwohner erneut zu Wort und kündigte weitere Maßnahmen an. Es folgten lange Gespräche zwischen der Stadt und dem Anwalt der Anwohner, die nun zu einem offensichtlich für beide Seiten zufriedenstellenden Arrangement kamen. Die Anwohner erklärten sich mit verschiedenen von der Stadt zugesagten Maßnahmen einverstanden.

Die nächtlichen Musik- bzw. Tanzveranstaltungen werden ab diesem Jahr auf drei Plätze (statt bisher fünf) beschränkt, die Getränkebuden der Studenten werden an der Avenida Francisco La-Roche in Richtung Meer aufgestellt, die musikalischen Veranstaltungen beginnen bereits um 21.30 Uhr und nicht wie früher nach Mitternacht, und die „Kioskos“ sowie Straßenbars entlang den Straßen Bethencourt Alfonso und José Murphy werden alle die selbe Musik spielen.

Ein weiterer wichtiger Punkt in dem Abkommen ist die Zusage von Ángel Llanos, dass die Veranstaltungen des Straßenkarnevals in absehbarer Zeit in das Hafengebiet umziehen werden. Der neue städtische Urbanismusplan sieht die Einrichtung eines „Karnevalsgeländes“ am Hafen vor, auf dem in Zukunft all dieses Veranstaltungen stattfinden werden.

Wie lange die Waffenruhe dauern wird hängt nun sicherlich von der Erfüllung der Bedingungen von Seiten der Stadt ab. „Wir werden abwarten, inwieweit die Stadt ihre Versprechen hält und anschlie­ßend entscheiden, ob wir das Abkommen verlängern oder nicht“, erklärte Felipe Campos. Sollte die vermittelnde Rolle von Llanos nur gespielt gewesen sein und den Worten keine Taten folgen, sind die Anwohner durchaus entschlossen, das Kriegsbeil wieder auszugraben.




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