Vorwurf der fahrlässigen Tötung gegen Bürgermeister von Santiago del Teide


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Im Fall des Unglücks am Strand von Los Gigantes, bei dem zwei Menschen ums Leben kamen, sind weitere drei Personen angeklagt

Vier Personen, darunter der Bürgermeister von Santiago del Teide, sind nach dem Unglück am 1. November 2009 am Strand von Los Gigantes wegen fahrlässiger Tötung angeklagt.

An diesem Tag hatte eine Steinlawine, die sich aus dem Abhang löste und auf den Strand stürzte zwei Menschenleben gefordert. Zwei Frauen, eine 57-jährige Britin und eine 34-jährige Spanierin aus Arona, wurden getötet.

Bei den drei weiteren Angeklagten in diesem Fall handelt es sich um den Tourismusstadtrat, den Stadtarchitekten sowie den Chefingenieur des spanischen Küstenamtes auf den Kanaren.

Am 21. Januar war Juan Gorrín Ramos als Bürgermeister von Santiago del Teide vorgeladen, um seine Aussage zu machen. Es war ein schwerer Tag für den Bürgermeister, der nicht nur zweieinhalb Stunden Rede und Antwort stehen musste, sondern beim Verlassen des Gerichtsgebäudes von Angehörigen und Freunden der bei dem Unglück ums Leben gekommenen jungen Frau aus Arona verbal angegriffen wurde.

Juan Gorrín gab in seiner Aussage vor Gericht mit einem klaren Ja zu, dass die Stadt für die Sicherheit am Strand verantwortlich ist. Er wies aber auch darauf hin, dass das Gebiet, an dem es schon am 2. Oktober 2009 einen Steinschlag gegeben hatte, auf Anraten des Stadtarchitekten abgesperrt und auch ein Hinweisschild (auf Spanisch) aufgestellt worden war. Seine Aussage steht im klaren Widerspruch zu den Behauptungen der Familie von Vanessa, die versichern, dass es keine Absperrung gab. Dass er nicht schon vorher, nach dem Steinschlag im Oktober, eine komplette Sperrung des Strandes angeordnet hatte, rechtfertigte Gorrín mit dem damaligen Rat des Stadtarchitekten, das betroffene Gebiet abzusperren. Wirtschaftliche Interessen hätten dabei keine Rolle gespielt, sagte er.

Der Strand Los Guíos in Los Gigantes ist seit dem Unglück gesperrt.




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